Snowflake untermauert seine KI-Strategie
Zu seiner diesjährigen Entwicklerkonferenz Build hatte Snowflake gleich mehrere spannende Neuigkeiten für die Partner im Gepäck. Allen voran konnte der Datenmanagementspezialist eine Partnerschaft mit OpenAI verkünden. Dazu kamen einige neue Funktionen und Tools sowie der Umzug von Postgres in die AI Data Cloud.
Nicht nur auf den Straßen, auch in der IT-Welt hat der Schnee diese Woche für einige Aufmerksamkeit gesorgt. Wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen. Während die damit einhergehende Glätte auf dem Asphalt zum Problem wurde, soll sie bei den Partnern und Kunden von Snowflake für einen möglichst reibungslosen Rutsch in die KI-Cloud sorgen. Dafür stellte der Datenplattform-Anbieter auf seiner Entwicklerkonferenz Build in London gleich mehrere neue Werkzeuge vor.
Zudem konnte sich Snowflake nach Antropic nun auch noch eine Partnerschaft mit OpenAI über 200 Millionen US-Dollar sichern. Mit der Vereinbarung sollen modernste KI-Modelle von OpenAI schneller den Weg auf die Plattform finden, indem sie nativ in Snowflake Cortex AI verfügbar zur Verfügung gestellt werden. Dort können sie die Anwender direkt mit ihren proprietären Daten kombinieren, um verschiedenste tiefgehende Analysen zu nutzen und schneller Erkenntnisse zu gewinnen. Zudem werden OpenAI-Modelle wie GPT-5.2 im Enterprise-Intelligence-Agenten Snowflake Intelligence integriert, mit dem die Anwender über die natürliche Sprache auf das gesamte Unternehmenswissen zugreifen und es auswerten können, um effektiver agieren zu können.
Cortex Code: KI entwickeln für jedermann
Snowflake macht den daten-nativen Coding-Agenten Cortex Code für seine Nutzer allgemein verfügbar. Er soll den Unternehmensdatenkontext in dem er operiert tiefgehend verstehen und es Anwendern wie Datenexperten und Fachleuten dadurch erlauben, ohne große technische Kenntnisse einfach und schnell Datenpipelines, Analytics und KI-Anwendungen zu erstellen. Der anpassbare und interoperable Agent unterstützt er den gesamten Entwicklungszyklus und kann nicht nur in der Snowflake-Umgebung genutzt werden, sondern erlaubt auch den betrieb in lokalen Entwicklerumgebungen. Damit soll den Kunden Sicherheit bieten und das Vertrauen stärken.
Erweitertes Vibe Coding
Das sogenannte "Vibe Coding", mit dem die Einführung und Umsetzung von KI in Unternehmen beschleunigt und vereinfacht wird, soll bei Snowflake demnächst mit neuen Funktionen unterstützt werden. Partner und Kunden sollen damit mehr Möglichkeiten an die Hand bekommen, KI-gestützte Daten-Workflows über den gesamten Stack hinweg zu entwickeln, bereitzustellen und zu verwalten. Durch die Integration mit v0 von Vercel sollen sich KI-gestützte Anwendungen sogar per Sprachsteuerung entwickeln und anschließend innerhalb von Snowflake über die Snowpark Container Services sicher bereitstellen lassen.
Semantic View Autopilot
Ein weiterer neuer Unterstützungsservice bei Snowflake ist der Semantic View Autopilot. Dieser KI-gestützte Dienst dient dazu, die Erstellung und Governance semantischer Views zu automatisieren. Indem er kontinuierlich aus realen Nutzeraktivitäten lernt und fachliche Definitionen sowie Zusammenhänge fortlaufend aktualisiert, liefert der Service KI-Agenten ein einheitliches Verständnis zentraler Geschäftskennzahlen, auf dessen Basis sie konsistente und verlässliche Ergebnisse liefern können. Das soll typische Fehlerquellen im manuellen Aufbau der semantischen Ebene eliminieren. Um eine standardisierte gemeinsame semantische Grundlage im gesamten Ökosystem zu ermöglichen, baut der Autopilot auf Initiativen wie Open Semantic Interchange (OSI) auf.
Upgrade für Snowflake Postgres
Die laut Stack Overflow weltweit am häufigsten genutzte Datenbank Postgres läuft bei Snowflake künftig nativ in der AI Data Cloud und erhält einige Erweiterungen. Bestehende Anwendungen lassen sich laut dem Anbieter dank der vollständigen Kompatibilität mit Open-Source-Postgres ohne Codeänderungen migrieren. Das soll es Anwendern erlauben, transaktionale, analytische und KI-Anwendungsfälle auf einer einzigen, sicheren Plattform zusammenzuführen, sodass ihren Teams direkt eine einheitliche und aktuelle operative Datenbasis zur Verfügung steht, um KI-gestützte Funktionen wie Empfehlungen oder Prognosen zu entwickeln oder auch die Geschäftsperformance und Trends zu analysieren. Komplexe Pipelines um die Daten sicher und zuverlässig zwischen getrennten Systemen zu verschieben, werden damit überflüssig.
"Unsere neuesten Produktinnovationen integrieren KI direkt in den Entwicklungszyklus und machen Daten von Anfang an KI-fähig. So können Unternehmen KI gezielt einsetzen und messbaren geschäftlichen Nutzen erzielen", erklärt Christian Kleinerman, EVP Product bei Snowflake. Aus seiner Sicht löst Snowflake damit einige grundlegende Probleme der aktuellen Nutzungsmöglichkeiten von KI: "Das verändert grundlegend, wie Organisationen mit Daten und KI arbeiten, und ermöglicht verlässliche, klar geregelte Lösungen für den Unternehmenseinsatz."
In einer Reaktion auf den zunehmenden Druck auf die Softwarebranche, deren Produkte künftig durch KI ersetzt werden könnten, grenzte CEO Sridhar Ramaswamy auf der Build klar davon ab. Als Datenplattform sieht er Snowflake in einer völlig anderen Position, in der dem Unternehmen ganz im Gegenteil eine zentrale Rolle bei der Entwicklung, Bereitstellung und Nutzung von KI-Anwendungen zukommt.
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