Schwarz Digits verkauft geistiges Eigentum von XM Cyber an Crowdstrike

Die zum Lidl-Konzern gehörende Schwarz Digits und der US-Cybersicherheitsanbieter Crowdstrike vertiefen ihre Partnerschaft. Eine mehrjährige Roadmap ist geplant, "um souveräne Cybersicherheit in Europa bereitzustellen". Das Ende der Doppelspitze bei Schwarz Digits sorgt in der Branche für Aufsehen.

"Wir verbinden unsere Erfahrung und Reichweite im Betrieb großer IT-Infrastrukturen mit einer der führenden Sicherheitsplattformen der Branche und sind damit bestens aufgestellt, die digitale Souveränität Europas voranzubringen", sagt Christian Müller, seit kurzem Alleinvorstand von Schwarz Digits. (Foto: Schwarz Digits)

Im Rahmen einer erweiterten Partnerschaft hat Crowdstrike eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet, um das geistige Eigentum von XM Cyber, einem Unternehmen von Schwarz Digits, zu erwerben", teilen beide Unternehmen mit. Künftig sollen Kunden von XM Cyber die Möglichkeit haben, über Falcon-Flex die IT-Security-Plattform-Plattform Falcon von Crowdstrike einzuführen. Sie wird stufenweise auf STACKIT, der "souveränen Cloud" von Schwarz Digits zugänglich gemacht. Eine auf mehrere Jahre angelegte Roadmap sei dafür von beiden Firmen erstellt worden.

KI versetze Angreifer in die Lage, Schwachstellen schneller zu identifizieren, zu Angriffsketten zu verbinden und auszunutzen. "Dies veranlasst immer mehr Organisationen dazu, fragmentierte Einzellösungen zu ersetzen und ihre Prozesse stattdessen auf der Falcon-Plattform zu standardisieren", heißt es in der Pressemitteilung vom Donnerstag.

George Kurtz, CEO und Gründer von Crowdstrike George Kurtz: "Organisationen weltweit setzen zunehmend auf Souveränität, ohne dabei Kompromisse bei ihrer Cybersicherheit eingehen zu wollen". Die Partnerschaft mit Schwarz Digits erhöhe die Geschwindigkeit, "mit der wir die Falcon-Plattform in Europa in der souveränen Cloud-Umgebung von STACKIT bereitstellen können". Die Übernahme stärke das "Exposure-Management-Geschäft seines Unternehmens", so Kurtz.

Unter Berufung auf Marktforscher von IDC würden Unternehmen dazu übergehen, ihre im Schnitt fünf Einzeltools durch eine einzige Echtzeit-Risikoübersicht zu ersetzen, was fragmentierte Tools nicht bieten könnten.

Souveräne Cybersicherheit für "ganz Europa"

Dass sich Crowdstrike als US-Unternehmen für ein digitalsouveränes Europa stark macht, folgt einem allgemeinen Trend: Auch andere US-Technologieriesen propagieren souveräne Clouds und spezielle Stacks, die Kunden on-prem auf eigener Infrastruktur betreiben oder in vom Internet getrennten europäischen Rechenzentren (air gapped) der US-Hyperscaler betreiben lassen können.

"Europäische Organisationen sollten für Souveränität nicht auf Cybersicherheit verzichten müssen", so Christian Müller, Vorstandsvorsitzender von Schwarz Digits. "Wir machen die Falcon-Plattform zu einer zentralen Säule unserer Cybersicherheitsstrategie und bieten einen langfristigen Weg, sie auf STACKIT zu betreiben. Damit ebnen wir Unternehmen den Weg, KI-nativen Schutz systematisch einzuführen," so Müller. "Wir verbinden unsere Erfahrung und Reichweite im Betrieb großer IT-Infrastrukturen mit einer der führenden Sicherheitsplattformen der Branche und sind damit bestens aufgestellt, die digitale Souveränität Europas voranzubringen."

Europäischen Unternehmen wolle man "einen vertrauenswürdigen Weg zu moderner Sicherheit eröffnet, die über eine souveräne Infrastruktur bereitgestellt wird", sagt Müller.

Paukenschlag bei Schwarz Digits

Schwarz Digits sorgte vor kurzem für einen Paukenschlag, als Co-CEO Rolf Schumann das Unternehmen überraschend mit sofortiger Wirkung verlies. Zum Ende der Doppeltspitze Müller/ Schumann äußerte das Handelsblatt die Vermutung, dass sich Schwarz Digits schwertue, namhafte externe Kunden für ihre Cloud STACKIT zu gewinnen. Der Anbieter will sich als europäischer Hyperscaler gegen die US-Riesen AWS, Azure und Google positionieren.

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