q.beyond rechnet mit 250 Euro Umsatz bis 2028

Der Kölner IT-Dienstleister q.beyond will bis 2028 massiv wachsen und setzt dabei auf Branchenfokus, KI und Internationalisierung. Die Börse zeigt sich unbeeindruckt von den Plänen.

"q.beyond entwickelt sich von einem IT-Serviceanbieter zu einem KI-Orchestrator für den europäischen Mittelstand". CEO Thies Rixen (Foto: q.beyond)

Kern der neuen Strategie 2028 von q.beyond ist es, die Branchenkompetenz in Kombination mit der bestehenden IT-Expertise zu fokussieren. Dies schaffe einen signifikanten Mehrwert für Kunden, stärke die Serviceführerschaft und steigere die Marge. Gleichzeitig würden Maßnahmen die Grundlage für die Entwicklung branchenspezifischer KI-Agenten bilden.

q.beyond fokussiert sich hierbei auf die "Vertiefung der Marktführerschaft in den Bereichen Logistik und Handel sowie auf den Eintritt in wachstumsstarke Branchen wie Gesundheitswesen und Energie". Die beiden letztgenannten Sektoren sieht der Kölner IT-Dienstleister vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen. Die würden "spezialisierte IT- und KI-Lösungen erfordern – ein Umfeld, in dem q.beyond ihre Stärken gezielt ausspielen kann".

Orchestration KI-Strategie
q.beyond entwickelt eigenen Aussagen zufolge ein Beratungs- und Projektgeschäft für KI-Agenten und betreibe diese anschließend als Managed Services für Kunden. Dieses Modell ermögliche nicht nur eine durchgängige und steigende Wertschöpfung, sondern schaffe auch wiederkehrende Umsätze mit hoher Marge. "q.beyond entwickelt sich von einem IT-Serviceanbieter zu einem KI-Orchestrator für den europäischen Mittelstand", sagt CEO Thies Rixen. Künftig wird das Unternehmen neben dem angestammten Managed-Services- und dem Consulting-Geschäft auf einem weiteren zukunftsträchtigen Wachstumsmarkt tätig sein".

Vergangenes Jahr haben die Kölner eine KI-Consulting-Einheit 2025 etabliert und erste Pilotkunden gewonnen. 2026 folgen branchenspezifische KI-Suiten und der Livebetrieb orchestrierter KI-Agenten – damit sollen bis 2028 rund 10 Prozent des Gesamtumsatzes des Unternehmens erwirtschaftet werden.

Europäische Skalierung: Wachstum über Deutschland hinaus

Mit der Strategie 2028 forciert q.beyond die europäische Internationalisierung. Die Nearshoring-Standorte in Spanien und Lettland werden zu Vertriebs- und Delivery-Hubs ausgebaut, beide mit Fokus auf dem KI-Portfolio. Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt in Spanien auf der Cloud-Transformation, während im Baltikum das Thema Security mehr im Vordergrund steht.

Der adressierbare Markt ist laut Unternehmen groß: Allein in Deutschland gäbe es rund 70.000 mittelständische Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 10 Mio. Euro. Spanien und das Baltikum böten dank hoher Digitalisierungsbereitschaft zusätzliches Wachstumspotenzial. q.beyond plant, den Anteil internationaler Umsätze bis 2028 auf rund 10 Prozent zu steigern – "ein bedeutender Schritt zur Diversifikation und Skalierung."

Umsatz von rund 250 Mio. Euro 2028 geplant

Mit der Strategie 2028 will sich q.beyond auf "nachhaltiges, profitables Wachstum durch Serviceführerschaft, KI-basierte Geschäftsmodelle und europäische Expansion", konzentrieren. Das Unternehmen strebt bis 2028 einen Umsatz von rund 250 Mio. Euro an - bei einer EBITDA-Marge von rund 10 Prozent. Die Kombination aus organischem Wachstum, KI-Umsätzen und gezielten M&A-Aktivitäten bilde "das Fundament für langfristige Wertsteigerung."

Ausblick 2026: positiver Free Cashflow und Konzerngewinn geplant

Für das laufende Geschäftsjahr plant das Unternehmen einem Umsatz von 182 bis 190 Mio. Euro (2025: 182,6 Mio. Euro) und einem EBITDA von 10 bis 16 Mio. Euro (2025: 12,3 Mio. Euro). Zudem werde, wie im vergangenen Jahr, ein Konzerngewinn (2025: 1,6 Mio. Euro) sowie ein nachhaltig positiver Free Cashflow (2025: 5,5 Mio. €) erwartet.

Die Prognose geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft angesichts geopolitischer Spannungen frühestens in der zweiten Jahreshälfte ihre Stagnation und Investitionsschwäche überwinden wird. "Je früher die deutsche Wirtschaft aus ihrer anhaltenden Schwäche herausfindet, desto eher wird q.beyond das profitable Wachstum beschleunigen“, erklärt q.beyond-CFO Nora Wolters. "Mit der Strategie 2028 stellen wir die Weichen, um von einem Aufschwung in Deutschland profitieren und den ausländischen Umsatzanteil erhöhen zu können."

Das profitable Wachstum und die hohe Finanzkraft des schuldenfreien Unternehmens mit einer Nettoliquidität von 42,0 Mio. Euro Ende 2025 schaffte "eine gute Grundlage, um die Aktionäre, wie angekündigt, künftig auch über Aktienrückkäufe und Dividenden am Erfolg beteiligen zu können", so das Unternehmen. CEO Rixen geht davon aus, dass "wir den Unternehmenswert nachhaltig und deutlich steigern."

Die Börse zeigt sich von der Strategie 2028 unbeeindruckt. Im frühen Handel am Montagmorgen verliert das Papier von q.beyond im Xetra-Handel rund 2,8 Prozent und notiert bei 3,50 Euro (9:30 Uhr)

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