Oracle liefert fast 1.500 Patches aus
Die neuen Möglichkeiten der KI bei der Schwachstellenanalyse treiben auch bei Oracle die Zahl der Patches in nie dagewesene Höhen. Ganze 1.448 Sicherheitslücken schließt der Hersteller bei seinem aktuellen Critical Patch Update.
Die Fähigkeiten von Frontier-Modellen wie Claude Mythos beim Aufdecken von Sicherheitslücken in Code sorgen in der Softwareindustrie für einen steilen Anstieg entsprechender Entdeckungen und der zugehörigen Patches. Nachdem das zuletzt etwa bei Microsoft deutlich zu sehen war, dessen letzter monatlicher Patch-Day einen weiteren Sprung brachte, kommt die große Patch-Welle jetzt auch bei Oracle an, das nur alle drei Monate sein Critical Patch Update (CPU) liefert. Obwohl dieser Rhythmus zuletzt schon aufgeweicht und um kleinere monatliche Security Patch Updates (SPU) ergänzt wurde, um zumindest wichtige Updates schneller ausliefern zu können, umfasst die aktuelle Juli-Ausgabe des CPU nun ganze 1.449 Sicherheitsupdates. Ein deutlicher neuer Rekord, der den bisherigen Spitzenwert mehr als verdoppelt und um den Faktor vier bis fünf über der bisherigen Norm liegt.
Wie auch schon bei anderen Herstellern gesehen, verteilen sich die mit der Hilfe von KI gefundenen Sicherheitslücken zudem beinahe über das gesamte Portfolio, von Datenbanklösungen wie RDBMS, GoldenGate und SQL über integrierte Geschäftsanwendungen wie Commerce, Enterprise Manager, Financial Services und JD Edwards bis hin zu den Branchenlösungen für Bereiche wie Healthcare, Retail, Food and Beverage sowie Hospitality. Dabei entfällt knapp die Hälfte aller Patches allein auf die E-Business Suite, die mehr als 400 Flicken erhält, sowie auf die Fusion Middleware mit über 350. Letztere weist zudem gleich mehrere besonders kritische Schwachstellen auf, von denen gleich mehrere den höchsten CVSS-Risikograd mit 10 von 10 aufweisen.
Damit gibt Oracle Dienstleistern und Admins einiges zu tun. Eine Aufgabe die ohne Hilfen wie Lösungen für das Schwachstellen- und Patch-Management und KI-Tools kaum mehr in der gebotenen Eile zu bewältigen sind. Immerhin sind die meisten der Sicherheitslücken über das Internet ausnutzbar und es steht zu erwarten, dass sich auf der Gegenseite auch die Angriffe durch die Zuhilfenahme von KI spürbar beschleunigen. So gilt es für die Verantwortlichen, schnell zu handeln, die betroffenen Produkte zu identifizieren, und die dafür vorhandenen Patches mit Priorisierung der vielen kritische Lücken zu testen und einzuspielen.
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