O2 schaltet 2G-Mobilfunk 2028 ab
Nach der Telekom und Vodafone kündigt auch der Handynetzbetreiber O2 Telefónica an, den alten Mobilfunkstandard 2G voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2028 abzuschalten. Was normale Anwender kaum tangiert, kann in industriellen Umgebungen zu Problemen führen.
Das Global System for Mobile Communications (kurz: GSM) wurde im Jahr 1990 eingeführt. In Nachfolge der analogen Mobilfunksysteme der ersten Generation war GSM der erste Standard der sogenannten zweiten Generation (2G). Die digitale Technologie war zeitweilig der weltweit am meisten verbreitete Mobilfunk-Standard.
Die Nachfolgetechnologie 3G, auch bekannt als UMTS, wurde bereits 2021 abgeschaltet. Das noch betagtere 2G-Netz lief als eine Art Notfallnetz jedoch weiter: In einigen, wenigen Regionen, in denen die aktuellen 4G und 5G-Netze noch fehlen, sollten so zumindest Anrufe oder SMS möglich sein. Denn das alte 2G-Netz deckt stolze 99,78 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands ab. Doch mit 97,79 Przent Abdeckung hinkt 4G kaum noch hinterher, 5G-Antennen bedienen 95,29 Prozent der Landesfläche.
Für O2 ist deshalb klar, dass die Technologie nicht mehr benötigt wird. 2G werde den gegenwärtigen Anforderungen nicht mehr gerecht, meint O2-Technikchef Mallik Rao. "Heute bieten flächendeckende 4G- und 5G-Netze deutlich mehr Leistung für Streaming, mobiles Arbeiten und vernetzte Anwendungen."
Für Normal-Anwender eine Nebensache
Für die allermeisten konventionellen Nutzer dürfte die Abschaltung kaum spürbar sein. Nur Uralt-Handys aus den Nullerjahren sind meist nicht für die 4G- und 5G-Netze tauglich – doch kaum jemand verwendet ein Mobiltelefon über mehrere Jahrzehnte. "Für die meisten Verbraucher ändert sich nichts und sie können dem 2G-Ende in der Regel gelassen entgegensehen", unterstreicht denn auch O2-Manager Rao.
Industriestandorte rechtzeitig überprüfen
Anders sieht es beim Internet of Things (IoT) aus. Gerade im Bereich der Logistik und an Industriestandorten könnten mittels Mobilfunks vernetzte Maschinen und Anlagen noch mittels 2G verbunden sein, etwa Sensoren für Alarmsysteme oder Feuermelder. Zwar steht auch hier längst neuere Technik zur Verfügung, aber womöglich denkt an manchen Standorten niemand über alte, aber zuverlässig funktionierende Systeme nach, solange sie nur geringe Kosten verursachen und laufen. Die Ankündigung der Abschaltung sieht O2 deshalb auch als wichtige Erinnerung an Businessanwender. "Wer heute noch 2G in Geräten oder Anlagen nutzt, sollte die Umstellung jetzt starten", warnt Rao. Wer nicht handle, riskiere Ausfälle. Sinnvoller sei es, jetzt die technologische Grundlage für die nächsten Jahre zu schaffen.
Fachhändler und Systemhäuser mit Kunden im industriellen Bereich oder in der Logistikbranche sollten den technischen Evolutionsschritt nutzen, um noch einmal auf die drohende Abschaltung hinzuweisen und – heute noch rechtzeitig - die Modernisierung oder den Austausch alter Systeme anstoßen.
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