Neues System für kritische Kommunikation kommt
Der neue Technische Ausschuss für kritische Kommunikationssysteme (TC CCS) des europäischen Standardisierungsgremiums für Telekommunikation (ETSI) soll die Digitalfunkstandards für Behörden mit Sicherheitsaufgaben, Verteidigung, Energieversorger und andere Betreiber kritischer Infrastrukturen weiterentwickeln.
In zahlreichen Staaten weltweit wird der Tetra-Funkstandard für die Kommunikation im BOS-Bereich, aber auch bei anderen Betreibern kritischer Infrastrukturen (KRITIS) genutzt. Tetra bietet eine robuste Sprachkommunikation, die im Falle eines Netzausfalles mittels Direktmodus weiter möglich ist. Der Nachteil der zuverlässigen, ursprünglich bereits in den 1980er Jahren entwickelten Tetra-Technologie ist jedoch die geringe übertragbare Datenrate von nur wenigen Kilobit pro Sekunde. Fotos, Videos oder Kartendaten können dadurch kaum übertragen werden. Diese Daten werden jedoch seit Jahren für die Beurteilung von Gefahrenlagen genutzt.
Um eine zeitgemäße, sichere und widerstandsfähige kritische Kommunikation in Europa und weltweit zu fördern, setzt die ETSI jetzt auf den neuen Technischen Ausschuss für kritische Kommunikationssysteme (TC CCS). Ein Teil der Arbeit wird vom inzwischen aufgelösten ETSI-Ausschuss TCCE übernommen, während sich neue Arbeitsschwerpunkte in erster Linie auf die Unterstützung der Schaffung des Europäischen Kritischen Kommunikationssystems EUCCS konzentrieren werden.
EUCCS kommt bis 2030
Das geplante European Critical Communications System, kurz EUCCS, soll bis 2030 etabliert werden. Das EUCCS soll kein neues EU-Behördenfunknetz sein, sondern dafür sorgen, dass die bestehenden BOS-Kommunikationssysteme in Europa interoperabel arbeiten, was insbesondere für grenzüberschreitende Einsätze wichtig ist
Zu den weiteren Schwerpunkten der Gruppe gehören die Pflege und Weiterentwicklung des Tetra-Standards sowie die Entwicklung internationaler Standards für missionskritische Schmalband- und Breitbandkommunikation. Diese beiden Säulen bilden den Kern der Arbeit des Ausschusses. Ziel ist es sicherzustellen, dass Nutzer im BOS- und KRITIS-Bereich auf sichere, interoperable und zukunftssichere Technologien vertrauen können.
Das TC CCS soll auch den Tetra-Standard weiterentwickeln, allerdings dabei modernere Mobilfunktechniken wie 5G und LTE berücksichtigen. Diese bieten mehr Bandbreite und sind deshalb besser für verschiedene Digitalisierungs-Anforderungen geeignet.
CRN-Newsletter beziehen und Archiv nutzen - kostenlos: Jetzt bei der CRN-Community anmelden