Nach Neuausrichtung: MSP-Franchiser Einsnulleins nimmt zweiten Anlauf in Augsburg
Einen Schritt zurück, zwei nach vorne: Einsnulleins ist wieder im Südwesten Bayerns aktiv, Ex-Bechtle-Manager Tobias Kern startet als Franchisenehmer der Synaxon-Tochter Einsnulleins durch. Das Konzept wurde radikal auf den Prüfstand gestellt, von einigen Unternehmern hat sich Einsnulleins getrennt. Nun steht wieder die Expansion an. CRN-Exklusiv.
Die offizielle Eröffnung einer Einsnulleins-Niederlassung in Augsburg steht unmittelbar bevor, der Franchise-Vertrag mit Tobias Kern ist schon unterzeichnet und in dieser Woche geht es für den erfahrenen IT-Unternehmer Tobias Kern auch schon los mit den ersten Kundengesprächen im Raum Augsburg. Der Vertrieb in der Zentrale des Franchis-Gebers Einsnulleins in Schloß Holte hatte den Terminkalender von Kern bereits gut bestückt, wie der Münchner CRN vergangene Woche Donnerstag auf der sehr gut besuchten Synaxon-Geschäftsführertagung in Siegburg/Bonn berichtete.
Der Großraum Augsburg mit den Regionen Schwaben, Teile Oberbayern mit Landsberg/Lech und Allgäu ist ein großes Einzugsberiet. Viele mittelständische Unternehmen haben dort ihren Sitz, haben größtenteils keine IT-Abteilung oder nur wenig IT-Personal. Digitalisieren müssen und wollen sie dennoch, sind offen für das Outsourcing ihres IT-Betriebs. Warum die Betriebsverantwortung nicht in die Hände eines Spezialisten wie Einsnulleins legen?
Hohe Profitabilität für Einsnulleins-Unternehmer
Tobias Kern kann sich auf zwei wichtige Aspekte seiner neuen IT-Unternehmerschaft verlassen: erprobtes IT-Betriebskonzept, auf Standards basierend und nun um Schwächen bereinigt, sowie zentrale Leadgenerierung, um die Kundenbasis schnell auszubauen und zügig mit Managed Service-Verträgen in die schwarzen Zahlen zu kommen. "Wenn es einmal läuft, können Partner mit einer hohen Profitabilität rechnen", sagt Mark Schröder, CEO Synaxon, zu der Einsnulleins gehört, im Gespräch mit CRN.
Konzept "radikal auf den Prüfstand gestellt"
Die Neueröffnung von Einsnulleins Augsburg steht für eine doppelte Zäsur: In der Metropole von Bayerisch-Schwaben war schon einmal ein Franchise-Nehmer aktiv, allerdings nicht erfolgreich, so dass man sich von ihm wieder getrennt hatte. Das passierte auch in anderen Städten. Das gesamte Konzept von Einsnulleins wurde "radikal auf den Prüfstand gestellt, nicht funktionierende Strukturen wurden gekappt und interne Prozesse mit Blick auf maximale Qualität optimiert", so Einsnulleins.
"Wir haben das System so optimiert, dass wir nicht nur neuen Partnern bestmögliche Startvoraussetzungen bieten, sondern das gesamte bestehende Netzwerk nachhaltig gestärkt haben", sagt Geschäftsführer des Franchise-Systems Frank Weber. Nach dem durchaus turbulenten Start vor über zehn Jahren mit ersten Pilotstandorten und zügiger Expansion neuer Filialen war es die letzten beiden Jahre ruhig geworden um Einsnulleins.
Der MSP-Franchise-Geber war in sich gegangen, hatte Systeme, Prozesse und Personen in Frage gestellt. Nicht jeder Franchise-Unternehmer zeigte den nötigen Biss, das nötige Durchhaltevermögen. Spaß machte es dann beiden Seiten nicht. Aber an der grundsätzlichen Idee, das MSP im Franchisesystem erfolgreich sein kann, wenn die Standardisierung durchgezogen wird und die Motivation eines IT-Unternehmers oder einer IT-Unternehmerin hoch bleibt, daran hat Weber nie gezweifelt.
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12 Standorte - gezielte Expansion jetzt
Inzwischen habe Einsnulleins "hohen Standard in den technischen Prozessen, der die Basis für einen konsequenten Fokus auf eine erstklassige Servicequalität für Kundenunternehmen bildet", sagt Weber. Die weiterentwickelten Standards seien mittlerweile fester Bestandteil aller zwölf Standorte von Einsnulleins.
"Auf Basis fundierter Erkenntnisse – auch aus der ein oder anderen Fehlentscheidung – sind Prozesse und Standards so verfeinert, dass Skalierbarkeit und Profitabilität für das gesamte Netzwerk maximiert worden sind", heißt er weiter. Augsburg ist nun der erste neue Standort, der diese "konsequente Ausrichtung von Beginn an als Startvoraussetzung nutzt", so Einsnulleins. Die Neueröffnung in Augsburg markiere den "erfolgreichen Abschluss dieses Optimierungsprozesses und bildet den Auftakt für eine gezielte Expansion mit weiteren neuen Standorten".
Weber zufolge sei Augsburg "nach wie vor ein attraktiver Standort mit einem starken Mittelstand. Im zweiten Anlauf wollen wir in diesem Markt auf Grundlage der durchgeführten Optimierungen einen neuen Versuch wagen", erklärt der Manager.
Mit Tobias Kern hat sich für Augsburg ein Geschäftsführer gefunden, der nicht nur 25 Jahre Branchenerfahrung (u.a. bei HP, BWI und Bechtle) mitbringt, sondern der auch genau die Expertise besitzte, um Managed Services im Augsburger Mittelstandskontext erfolgreich zu skalieren.
"Ein kompletter Neustart ohne einen kompetenten Partner an der Seite ist schwierig. Einsnulleins bietet mir nicht nur Rückhalt durch ein starkes Netzwerk, sondern hat mich auch durch das Zusammenspiel mit dem Know-how der Synaxon als Muttergesellschaft überzeugt", so Kern.
Zentraler Support und lokale Beratung
Kern kann auf eine klar umrissene Arbeitsteilung zählen: Während die Zentrale in Schloß Holte-Stukenbrock als zentraler 1st- und 2nd-Level-Support den Helpdesk sicherstellt, fokussiert er sich vor Ort auf den persönlichen Kundenkontakt und die Beratung. In der Aufbauphase seines Standorts wird Tobias Kern beim 3rd-Level-Support durch den zentralen Technikerpool sowie Einsnulleins-Kollegen aus München und Stuttgart unterstützt.
Für die kommenden 12 Monate hat sich Kern hohe Ziele gesetzt: Er möchte nicht nur die Planung für das erste Geschäftsjahr übertreffen, sondern sich vor allem als vertrauensvoller Berater für seine Kunden etablieren. Er vertraut dabei auf die nun fertig erprobten Prozesse und das auf maximale Qualität ausgerichtete Serviceangebot für die Kunden. Das Einsnulleins-Portfolio ist für ihn der Garant für einen stabilen, verlässlichen Betrieb der Firmen-IT und die Basis dafür, Mehrwerte für die Unternehmensentwicklung seiner Kunden zu generieren.
Vier- bis fünfstellige Summe aus vertragsgebundenem IT-Betrieb
Die Aussichten auf wiederkehrende Einnahmen, wenn mittelständische Kunden die Vorteile eines outgesourcten IT-Betriebs schätzen lernen, der auch reibungslos klappt, hält Synaxon-Chef Mark Schröder für sehr gut: Eine vierstellige Summe aus vertragsgebundenem IT-Betrieb pro Kunde, bei größeren Kunden sogar fünfstellig, sei drin.
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