Microsoft: Aus für das Surface Hub
Insider-Berichten zufolge hat Microsoft die Produktion des aktuellen Surface Hub 3 eingestellt und wird keinen Nachfolger mehr auf den Markt bringen. Der Support soll demnach noch bis 2030 sichergestellt werden. Der Abschied von der proprietären und teuren Hardware passt zum Shift auf Teams Rooms.
Etwas mehr als zehn Jahre nach ihrem Verkaufsstart beerdigt Microsoft die Surface-Hub-Familie. Das berichtet das Portal Windowscentral unter Berufung auf mit der Materie betraute Insider aus dem Konzernumfeld. Ihren Informationen zufolge habe Microsoft die Produktion der aktuellen dritten Generation des kollaborativen Displays bereits eingestellt und alle Pläne für einen Nachfolger eingestampft. Systemhäuser deren Kunden die Konferenzraumlösungen einsetzen sollten deshalb schnell klären, ob Bedarf für Nachschub besteht und dieser von den Distributoren noch gedeckt werden kann. Neuverkäufe dürften angesichts des nahenden Endes indes schwierig werden.
Zudem sollte auch ein Blick auf eventuell noch in Betrieb befindliche Vorgänger Surface Hub 2 geworfen werden, da mit dem Produktionsende auch dessen Aufrüstoption auf den aktuellen Stand über die entsprechenden Compute Cartridges wegfallen soll. Diese ist jedoch ein wichtiger Faktor, wenn die Geräte weitergenutzt werden sollen, da dies seit dem Support-Ende des ursprünglich darauf eingesetzten Windows 10 Teams im vergangenen Herbst nurmehr eingeschränkt, etwa über den Umweg Teams Rooms, möglich ist. Die erste Generation wurde damit sogar nahezu komplett nutzlos. Die dritte Generation der Displays und Compute Cartridges soll Microsoft dem Bericht zufolge immerhin noch bis 2030 mit Support und Updates versorgen wollen.
Software-Plattform ersetzt Hardware-Hubs
Auch wenn Microsoft in den letzten Monaten noch einige Feature-Updates auf die Hubs brachte, kommt es nicht völlig überraschend, dass der Konzern dem Surface Hub nun den Stecker zieht. Die Welt der UCC- und Kollaborationslösungen hat sich in den letzten zehn Jahren grundlegend gewandelt und ist deutlich software-definierter geworden. Das spiegelte sich in Microsofts neuer Positionierung des Surface Hub wider, das von der einst schon im Namen angelegten dedizierten Kommunikationszentrale mit proprietärer Hardware zu einem unter vielen möglichen Geräten in der Welt von Teams Rooms wurde. War die Hub-Hardware einst noch selbst die Plattform, wurde sie damit nun zum Vehikel für den Software-Stack, der die Plattform heute bestimmt.
Microsoft hatte den Surface Hub 2015 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und ihn zum Beginn des darauffolgenden Jahres in den Handel gebracht. Die Geräte galten aufgrund der nahtlosen Integration verschiedener Kollaborationslösungen mit der Windows-Welt als innovativer Beleg für die Möglichkeiten solcher vor allem für Meetingräume gedachten Lösungen, fanden bei den Unternehmenskunden aber nur schwachen Anklang. Nicht zuletzt wohl wegen der vergleichsweisen hohen Preise. Das aktuelle Modell kostet in der kleineren Version mit 50 Zoll rund 10.000 Euro und im größeren 85-Zoll-Format etwa 25.000 Euro. Hinzu kommen erhebliche interne Kosten und Aufwendungen, da die Geräte durch den hoch integrierten All-in-One-Ansatz als Display, Kollaborations-Endpoint, Meeting-Bais und Softwareplattform eben auch erheblichen Aufwand hinsichtlich Punkten wie Deployment, Account- und Identitäts-Management, Support und Lebenszyklus erfordern. Das bedeutet allzu oft auch für die Partner im Verkauf eine erhebliche Herausforderung.
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