Kooperation statt Millionen-Invest: Geo-Redundanz per Handschlag

Immer mehr Kunden verlangen neben souveränen Infrastrukturen auch Geo-Redundanz. Wer dafür nicht gleich ein neues Rechenzentrum fernab der Basis bauen will, kann sich am Beispiel der Telemark und Telemaxx orientieren. Die beiden lokalen Anbieter und Carrier nutzen die mehr als 200 km Distanz zwischen ihnen künftig, um gemeinsam Redundanz-, Backup- und Disaster-Recovery-Konzepte zu vermarkten.

Machen gemeinsame Sache, um ihr Angebot um Geo-Redundanz zu erweitern: Andreas Griehl, Geschäftsführer, Telemark und Jan Lange, Geschäftsführer Telemaxx (Foto: Telemark und Telemaxx)

Seit 1999 entwickelt und betreibt die in Karlsruhe ansässige Telemaxx integrierte Infrastruktur- und Cloud-Lösungen für Mittelstand, Industrie und den öffentlichen Sektor. Um die leistungsfähige Bereitstellung und Anbindung sicherzustellen, hat sich das Unternehmen inzwischen vier eigene Rechenzentren und ein mehr als 3.000 Kilometer langes Glasfasernetz aufgebaut. Die Angebotspalette findet regen Anklang bei den Kunden, zusätzlich befeuert vom zunehmenden Wunsch nach digitaler Souveränität, der auch im Leitgedanken "Souverän verbunden: Digitalisierung aus einer Hand" bekräftigt wird. Allerdings hat diese Bewegung in der letzten Zeit auch vermehrt besonders anspruchsvolle Kunden angespült, die neben der Souveränität auch eine geographische Redundanz brauchen oder wünschen, um Business Continuity und Disaster Recovery auch im Falle eines Rechenzentrumsausfalls sicherstellen zu können. "Resiliente IT-Infrastruktur ist heute ein Wettbewerbsfaktor", konstatiert Geschäftsführer Jan Lange.

Verteilte Datacenter im Verbund

Eine Herausforderung also, vor der in Deutschland aktuell mehrere mittelständische Systemhäuser stehen. Genau das machte sich die Telemaxx zu nutze. Statt sich mit dem Bau weiterer Kapazitäten fernab des eigentlichen Hauptwirkungsgebiets zu belasten, zumal bei den derzeitigen Preisen im Rechenzentrumsbereich, entschied sie sich für eine Kooperationslösung mit einem Anbieter mit ähnlicher Ausgangssituation. Fündig wurde man gut 200 Kilometer nördlich in Lüdenscheid bei der Telemark, die im Märkischen Kreis ebenfalls als regionaler Carrier und auf Souveränität setzender Technologiepartner mit eigener Telekommunikations- und Netzwerkinfrastruktur sowie modernen Rechenzentrums-, IT- und Security-Lösungen agiert. "Mit Telemark haben wir einen Partner gefunden, der unsere Vision von dezentral verteilter Sicherheit teilt", erklärt Lange. "Diese Kooperation ermöglicht es unseren Kunden, ihre kritischen Systeme und Daten nicht ausschließlich an einem geografischen Standort zu konzentrieren – das ist sowohl für Datensouveränität als auch für Betriebskontinuität entscheidend."

Nach einigen Vorgesprächen wurde die entsprechende Vereinbarung jetzt von den beiden Geschäftsführern im Rahmen einer Veranstaltung des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO) in Bonn ratifiziert. Sie legt den Rahmen und die Standards für die Zusammenarbeit auf Augenhöhe fest, mit denen beide Lösungsanbieter ihren Kunden im Sinne ihres ganzheitlichen Ansatzes, der Rechenzentrum, Carrier-Netze, IT-Infrastruktur und Security als Bestandteile einer individuellen, resilienten und souveränen Gesamtlösung vereint, nun auch die Erweiterung um Georedundanz anbieten können. Technisch und organisatorisch bleiben die beiden Anbieter eigenständig, gegenüber Kunden können sie jeweils als Generalunternehmer auftreten.

Geo-Redundanz für KRITIS-Betreiber und anspruchsvolle Kunden

Besonders im Fokus stehen dabei die Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS), die öffentliche Hand, Finanzinstitute sowie Organisationen und mittelständische Unternehmen mit erhöhten Anforderungen in Bereichen wie Datensicherheit, Verfügbarkeit, Backup und Wiederanlauf. Damit kann die Kooperation auch für IT-Dienstleister und Systemhäuser, die für ihre Kunden zusätzliche Standorte für Ausfallsicherheit, Datensicherung oder Notfallkonzepte benötigen, relevant sein. "Resilienz bedeutet für uns, Abhängigkeiten nicht an einem einzigen Standort zu bündeln", erläutert Telemark-Geschäftsführer Andreas Griehl. "Mit zwei eigenständigen Rechenzentren und einer Entfernung von über 200 Kilometern schaffen wir die Grundlage für Redundanzkonzepte, die gerade für Betreiber kritischer Infrastrukturen und Unternehmen mit hohen Business-Continuity-Anforderungen entscheidend sind."

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