KI kann fehlende Security-Fachkräfte nicht ersetzen
Trotz der zunehmenden Hilfen durch KI bleibt der Fachkräftemangel im IT-Security-Bereich ein drängendes Problem. Während KI sowohl im internen Einsatz als auch in den Händen von Angreifern den Schutzbedarf deutlich erhöht, beklagen mehr als drei Viertel der IT-Verantwortlichen aus deutschen Unternehmen eine verringerte Sicherheit aufgrund des Personalmangels.
KI gilt in der IT-Security als Fluch und Segen zugleich. Einerseits gibt sie Cyberkriminellen vom Neueinsteiger bis zur professionell organisierten Hackergruppe völlig neue Möglichkeiten an die Hand. Andererseits ermöglicht sie es, Sicherheitsprozesse von der Abhärtung über Erkennung und Triage bis zur Reaktion zu automatisieren und beschleunigen. Doch welche Seite überwiegt und wohin zeigen die wichtigsten Trends? Ein aktuelles Lagebild dazu liefert G Data nun mit der sechsten Ausgabe seiner repräsentativen Reports "Cybersicherheit in Zahlen", für den in Zusammenarbeit mit Statista und Brand Eins mehr als 5.000 Arbeitnehmer in Deutschland befragt wurden.
KI in falschen Händen
Fast die Hälfte (46 Prozent) von ihnen sieht derzeit die deutlich größte digitale Gefahr für ihr Unternehmen in gezielten Attacken von organisierten Cyberkriminellen, die durch den KI-Einsatz bei der Aufspürung und Ausnutzung von Sicherheitslücken sowie Schritten wie der Personalisierung immer schneller und effizienter werden. Unter den Mitarbeitern von Großunternehmen fürchten sich sogar 49 Prozent vor entsprechenden Szenarien. Deutlich weniger erwarten hingegen eine Kompromittierung durch Hacktivisten (14 Prozent), Insider und ihr Umfeld (13 Prozent) oder staatlich unterstützte Hackergruppen (12 Prozent).
Der potenzielle Schaden ist enorm. Bis 2030 werden die weltweit durch Cyberkriminalität verursachten Kosten dem Report zufolge auf knapp 17 Billionen Euro anwachsen, was eine Steigerung um 2.240 Prozent gegenüber 2018 bedeuten würde.
KI hilft in der Cyberabwehr – übernimmt sie aber nicht
Während KI also auf der Angriffsseite klar als Game-Changer gesehen wird, ist das Bild auf Seiten der Cyberverteidigung deutlich durchwachsener. Zwar halten viele der Befragten die KI für hilfreich bei wichtigen Sicherheitsprozessen wie dem frühzeitigen Erkennen von Angriffen (44 Prozent), der Auswertung großer Datenmengen (33 Prozent) sowie der automatisierten Analyse und Reaktion bei Sicherheitsvorfällen (jeweils 31 Prozent). Auch am Geld fehlt es angesichts dieser Erkenntnisse in den meisten Fällen nicht so sehr, der Umsatz mit Security-Services hat sich in den vergangenen zehn Jahren weltweit auf 25,4 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.
Fehlendes Security-Personal gefährdet Unternehmen
Allerdings berichten die IT-Security- und Führungsverantwortlichen unter den Befragten trotz dieser Investitionen und Fortschritte von einer anhaltend hohen Bedrohungslage. Zudem kommen durch KI neben direkten Angriffen auch völlig neue Herausforderungen in der vorschriftsmäßigen Absicherung der Identitäten und Rechte von Agenten und anderen KI-Tools hinzu. Der kritische Faktor sind und bleiben dabei aus Sicht der Profis die fehlenden Fachkräfte, die von der KI offensichtlich nicht in erhofftem Maße kompensiert werden können.
76 Prozent der Verantwortlichen verzeichnen deshalb bereits negative Auswirkungen auf die IT-Sicherheit ihrer Organisation. Bei mehr als der Hälfte der Unternehmen und Einrichtungen sind diese Beeinträchtigungen sogar bereits "stark" oder "sehr stark" ausgeprägt. "Entscheidend ist deshalb nicht, ob wir KI in der Cyberabwehr einsetzen, sondern wie verantwortungsvoll und wirksam wir ihre Möglichkeiten nutzen", konstatiert G-Data-Gründer Lüning und empfiehlt: "Unternehmen sollten diese Chance jetzt konsequent ergreifen, um ihre Abwehr nachhaltig zu stärken." Genau hier liegt derzeit also einer der vielversprechendsten Ansatzpunkte für Systemhäuser und MSPs. Sowohl im Verbund rund um Gespräche über KI-Implementierungen und deren Absicherung als auch in der separaten Betrachtung der IT-Sicherheit und Cyberabwehr.
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