IDC zum aktuellen PC-Markt: "Fragiles Wachstum"
Trotz globaler Speicherknappheit und geopolitischer Instabilität haben PC-Hersteller im ersten Quartal 2026 ihren Absatz leicht steigern können. Lenovo, HP und Dell bleiben die Top 3-Anbieter. Stark aufgeholt haben Apple und Asus.
Nach den vorläufigen Zahlen der Marktforscher von IDC bleibt der PC-Markt nach einem starken Plus von fast 10 Prozent im vierten Quartal 2025 weiter auf Wachstumskurs. Zwischen Januar und März haben PC-Hersteller rund 65,6 Mio. Einheiten ausgeliefert – ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeittraum. Die Komponentenkrise mit stark gestiegenen Preisen vor allem für DRAM und NAND setzt Kunden zwar unter Druck. Der Markt wächst dennoch. Hintergrund: Die steigenden Komponentenkosten spiegeln die durchschnittlichen Verkaufspreise im Vertrieb noch nicht vollständig wider. Denn die Lagerbestände der Distribution, die zu den Kostenniveaus von 2025 eingekauft hatten, sorgen noch für relativ stabile Preise im gesamten Vertriebskanal, wie Context im März meldete.
Preispuffer bald aufgebraucht
Dieser Puffer dürfte jedoch bald nicht mehr preisdämpfend wirken und im laufenden dritten Quartal aufgebraucht sein. "Unternehmen müssen sich auf eine ganz andere Marktdynamik in der zweiten Jahreshälfte einstellen", so die Context-Analystin. "Was wir derzeit beobachten, ist keine Abschwächung, sondern eine Verschiebung. Die eigentliche Bewährungsprobe kommt, wenn das Angebot knapper wird und die Preise vollständig an die Realität des Komponentenmarktes angepasst werden", so ihre Prognose.
Top-Hersteller 1. Quartal 32026 im Überblick
Die Rangliste der größten PC-Produzenten blieb im ersten Quartal 2026 weitgehend stabil, wobei vor allem Apple und Asus laut IDC mit einem deutlichen Wachstum über dem Marktdurchschnitt auffielen.
Den vorläufigen Zahlen von IDC zufolge bleibt Lenovo mit einem weltweiten Marktanteil von 25,2 Prozent führender Hersteller. HP hat mit rund 20 Prozent leichte Rückgänge zu verzeichnen. Dell bleibt bei rund 16 Prozent stabil.
Dank neuer Modelle konnte Apple um 9 Prozent zulegen und kommt im ersten Quartal 2026 auf einen Marktanteil von rund 11 Prozent. Das größte Plus mit 17 Prozent verbuchte Asus. Der Marktanteil kletterte auf 6,7 Prozent.
Während der Markt in der EMEA-Region (Europa, Nahost, Afrika) mit einem Plus von 7,4 Prozent stark zulegte, verzeichneten die USA einen Rückgang von 3,3 Prozent.
"Der Nahostkonflikt hat den ohnehin schon fragilen Markt für Computergeräte mit einer neuen Unsicherheit belastet und die globale Logistik durch das zweischneidige Schwert steigender Energiekosten und Frachtpreisspitzen unter Druck gesetzt", kommentiert Isaac Ngatia, Senior Research Analyst bei IDC Devices Research.
"Einerseits sind die Seeverkehrskorridore weiterhin von Störungen betroffen, insbesondere diejenigen, die Asien und die EMEA-Region verbinden; andererseits ist die Umstellung auf Luftfracht teurer geworden. Letztendlich wirken sich diese Aufschläge auf die gesamte Wertschöpfungskette aus und verstärken den Preisdruck bei PCs für die Endverbraucher", so der Marktanalyst.
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