Höflicher Londoner: Neuer EMEA-Chef bei Dropbox

Wo liegen eigentlich die "Reibungspunkte" in Prozessen und Organisationen von Unternehmen? Jim Rudall, der neue EMEA-Chef bei Dropbox, sucht das Kundengespräch, "um zu verstehen". Und um aufzuklären, wie Digitalisierung besser nicht umgesetzt wird.

"Einer der Gründe, warum mich Dropbox so angesprochen hat, war der Fokus darauf, echte Herausforderungen der Kunden zu lösen." Jim Rudall, Head of EMEA Dropbox (Foto: Dropbox)

Die Besetzung des Postens eines EMEA-Chefs will Dropbox als "anhaltende Investitionen in die internationale Markteinführungsorganisation" verstanden wissen. Worum es dabei konkret geht: "Unternehmen in der gesamten EMEA-Region dabei zu unterstützen, ihre Arbeitsweise zu transformieren". Das klingt pauschal, ist leicht gesagt, und wenn man auf die Prozesse jedes Unternehmens und die Ergebnisse schaut, wird man feststellen: Eine ganze Armada von Prozessoptimieren müsste man in die Büros der Kunden schicken, damit sich der 10 Jahre alte Satz nicht bewahrheitet, mit dem der ehemalige CEO von Telefónica Deutschland, Thorsten Dirks, noch heute zitiert wird. "Wenn Sie einen Scheißprozess digitalisieren, dann haben Sie einen scheiß digitalen Prozess."

Jim Rudall, der neue EMEA-Chef bei Dropbox, kennt das Zitat womöglich nicht. Was er aber aufgrund seiner 15 Jahre Erfahrung in den Bereichen Führung, Vertrieb und Markteinführung im Technologiesektor gut kennen müsste: Technologie allein löst keine strukturellen Probleme. Manuelle Abläufe, die kompliziert, ineffizient oder unlogisch sind, eins zu eins in eine Software oder App zu gießen, ist Unsinn. Darauf zielte das Zitat von Dirks. Die Problematik kennt man bei Dropbox gut, die Partner des Kollaboration-Spezialisten spiegeln sie ihrem Anbieter schließlich wider.

So robust, wie sich der Ex-Telefónica-Chef ausdrückte, will Rudall nicht kommunizieren. Er ist schließlich Brite, höflicher Londoner, und spricht lieber von "Reibungspunkte", die Kunden haben, wenn ihre Beschäftigten zum Beispiel nach relevanten Informationen suchen oder sich in die Schlaufen von Überprüfungs- und Genehmigungsprozessen begeben. Das passiert schon häufig digital, aber eben in einem "scheiß digitalen Prozess", um es nach deutscher Managerart auf den Punkt zu bringen.

Rudall und seine Teams in EMEA wollen Kunden helfen, effizientere Arbeitsweisen zu erschließen. Dafür hat Dropbox vor langem schon seinen Cloudspeicherdienst weiterentwickelt zu einer umfassenden Kollaboration-Plattform für Unternehmen. Der neue Dropbox EMEA-Chef beschreibt die Anforderungen moderner Büroarbeit und Organisation so: "Da die Arbeit zunehmend dezentralisiert wird und KI die Arbeitsweise von Unternehmen neu gestaltet, benötigen Unternehmen Technologien, die sich nahtlos in die Tools und Arbeitsabläufe einfügen, auf die sie bereits setzen, ohne dabei Kompromisse bei Sicherheit oder Kontrolle einzugehen." Dropbox vereine "Inhalte, Kontext und digitale Vereinbarungen mit Dropbox Sign an einem sicheren Ort und lässt sich gleichzeitig in die KI-Tools integrieren, die Teams täglich nutzen." Diese Funktionen würden Unternehmen in der gesamten EMEA-Region helfen, "aufeinander abgestimmt zu bleiben, Arbeitsprozesse schneller voranzutreiben und mehr Wert aus ihren Inhalten zu schöpfen," sagt Rudall.

Rudall kommt von Intuit Mailchimp, wo er als General Manager für die EMEA-Region tätig war. Davor war er Head of Revenue für die EMEA-Region bei Shopify, wo er den Aufbau und die Expansion der regionalen Vertriebsorganisation leitete. Zu Beginn seiner Karriere hatte er Führungspositionen bei Rakuten, Usablenet und Experian Marketing Services inne.

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