Gregor Bieler ist neuer CEO bei Zühlke Group
Schneller als geplant hat der IT-Dienstleister Zühlke Group den Posten des CEO nachbesetzt. Gregor Bieler ist ein außergewöhnlicher Manager: Er nennt offen Schwächen als ehemaliger Partner-Chef bei Microsoft, er kennt die Schweizer und den Kapitalmarkt gut, zeigt klare Haltung und besitzt Empathie.
Schweizer reden nicht über Geld, und sie zählen lieber drei Fakten auf als eine Person mit zehn Adjektiven zu beschreiben. Also müssen zwei Sätze Zitate und zwei kleine Absätze in einer Pressemitteilung reichen, die den neuen CEO der Zühlke Group, Gregor Bieler, vorstellen. Nur nicht auffallen und schon gar nicht aufschneiden. Dabei haben die Schweizer eine für einen IT-Dienstleister respektable Unternehmensgröße und internationale Präsenz: 1.900 Beschäftigte in 10 Ländern, über eine Viertelmilliarde Franken Umsatz und nun einen neuen Chef, der Top-Positionen bei so namhaften Konzernen wie Logitech, Paypal (Managing Direktor Deutschland) und Microsoft (Chef der deutschen Partnerorganisation) besetzte und als Aufsichtsrat oder Beirat in einigen Techfirmen saß, der mit Investoren zu verhandeln weiß und sehr gute Kontakte zu Fachpresse pflegt.
Zühlkes Interims-Chef Philipp Sutter, der bis spätesten Mitte 2026 einen Nachfolger präsentieren wollte und nun bereits diesen Monat Gregor Bieler vorstellen kann, über den neuen CEO: "Gregor vereint technologische Kompetenz mit einem tiefen Marktverständnis und bringt langjährige Erfahrung in der Führung globaler Teams mit. Ich bin überzeugt, dass er Zühlke erfolgreich auf ihrem Weg führen und dazu beitragen wird, uns noch stärker als weltweit vertrauensvollen Partner für technologiegetriebene Transformationen zu etablieren."
Bieler hat in seiner mehr als 25-jährigen Tätigkeit in der IT-Branche sehr viele Unternehmen kennengelernt, Transformation des eigenen Geschäfts und Veränderungen der Rolle von Partnern in einem Hersteller-Ökosystem haben den Manager nicht nur begleitet. Er hat sie vorangetrieben und oft Partnern den Weg geebnet. Vor allem in seiner damaligen Rolle als Chef der deutschen Partnerorganisation bei Microsoft.
Auf Channel-Konferenzen trat Microsoft-Manager Bieler als Anwalt der Partner auf (was gut zum Juristen Bieler passt), der sich zuweilen traute, offen auszusprechen, woran es bei der Zusammenarbeit mit einem so komplexen Konzern wie Microsoft krankte. Ein Partnervertrag füllte einen ganzen Leitzordner, was Bieler bedauerte. Die Bürokratie konnte er freilich nicht abschaffen, die seine Zunft im Konzern damals für nötig hielt - wohl bis heute.
Authentischen Haltung - Überhaupt Haltung (!)
Bei Zühlke dürfte ein ganz anderer Geist die Firmenkultur bestimmen. Denn seit dem Management-Buyout 2000, als einige leitende Führungskräfte den IT-Dienstleister vom scheidenden Gründer Gerhard Zühlke übernahmen und operativ tätige Gesellschafter (Partner) wurden, sind die Entscheidungswege kurz. Bieler spricht zudem von einer "starken Kultur der Zusammenarbeit", er schätzt die interdisziplinären Teams, das Engagement der Beschäftigten mache für Kunden einen Unterschied. "All das hat mich davon überzeugt, Teil des Zühlke Teams zu werden", so Bieler.
Bieler, 55 Jahre, kann begeistern, motivieren, mit seiner Offenheit, seiner authentischen Haltung, überhaupt Haltung (!) sowie seiner Klarheit Menschen für sich einnehmen. Das Studium der nüchternen Juristerei konnte Bielers Fähigkeit, Menschen empathisch zu begeben, nicht austrocknen. Das hat er wohl vom Vater geerbt, einem bekannten Schriftsteller ("Der Mädchenkrieg", 1975).
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