Glasfaseranbieter Metrofibre ist insolvent
Der in der Rhein-Ruhr-Region aktive Glasfaseranbieter Metrofibre ist insolvent. Muttergesellschaft und Schwesterunternehmen haben beim zuständigen Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt und ihren FTTH-Ausbau vorerst gestoppt.
Konsolidierung im Glasfasermarkt: Der in Düsseldorf ansässige Anbieter Metrofibre GmbH ist zahlungsunfähig. Dazu kam es aufgrund des "überraschenden Rückzugs der bisherigen Finanzierungspartner". Laufende Bauaktivitäten werden unterbrochen. Der Glasfasermarkt sei "derzeit bundesweit von anspruchsvollen Finanzierungsbedingungen und Konsolidierungsdruck geprägt", stellt das Unternehmen fest.
Am erfolgreichsten lief das Geschäft bisher beim Essener Schwesterunternehmen Ruhrfibre, das ebenfalls Insolvenzantrag gestellt hat. In Essen wollte Ruhrfibre innerhalb von zweieinhalb Jahren 160.000 Haushalte anschließen. Geschafft sind davon bislang rund 100.000. Weniger beeindruckend ist die Erfolgsbilanz des Düsseldorfer Schwesterunternehmens Düsselfibre: Zum Start im Herbst 2023 hieß es, dass rund 100.000 Haushalte mit Glasfaser versorgt werden. Diese Zahl wurde später auf 75.000 reduziert. Tatsächlich aber wurde in der NRW-Landeshauptstadt von Düsselfibre noch kein Meter Glasfaserleitung verlegt.
Statt den Netzausbau zu forcieren, war das rund 50 Beschäftigte zählende Unternehmen viel mit sich selbst beschäftigt. Mitgründer Christopher Rautenberg wurde im August 2025 als Geschäftsführer abberufen. Zuvor hatten schon drei andere Geschäftsführer ihre Position verlassen.
Hintergrund des Insolvenzantrags ist der kurzfristige und wohl überraschende Rückzug der bisherigen Finanzierungspartner von ihren weiteren Finanzierungszusagen. Konkret sollen die finanzierenden Banken die Auszahlung eines Teildarlehens verweigert haben. Daraufhin lehnte auch der Mehrheitsgesellschafter CVC – einer der größten Vermögensverwalter weltweit – eine Finanzspritze ab.
Strukturierter Investorenprozess gestartet
Bereits vor dem Insolvenzantrag hatte das Unternehmen Gespräche mit potenziellen Investoren aufgenommen. Diese Verhandlungen sollen nun vertieft werden und zu einem "strukturierten Verkaufsprozess" führen. Ziel ist es, zeitnah einen oder mehrere Käufer für die Unternehmensgruppe zu finden.
Das Geschäftsmodell von Metrofibre basiert auf dem Open-Access-Ansatz. Das heißt: Das Unternehmen positioniert sich als reiner Infrastrukturbetreiber. Um den Ausbau zu finanzieren, braucht es also einerseits investitionsfreudige Geldgeber und andererseits Kunden, die einen Glasfaservertrag bei einem lokalen Anbieter abschließen. Dieser wiederum zahlt für die Glasfasernutzung an den Betreiber ein Entgelt. Dieser Ansatz funktionierte bei Metrofibre offenbar nur begrenzt.
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