Fujitsu startet Produktion von KI-Servern für digitale Souveränität
Technologiehersteller Fujitsu baut in seinem japanischen Werk demnächst Hochleistungsserver mit Nvidia- und eigenen Monaka-Prozessoren, die für den europäischen Markt vorgesehen sind. Die Partnerschaft mit US-Hersteller Supermicro wird ausgebaut.
Bis 2018 konnte Fujitsu seine Server noch mit "Made in Germany" labeln, nach der Schließung des Werks in Augsburg heißt es "Made in Japan". Was für manche Entscheider weiter ein ausschlaggebendes Argument für die Hardware dieses Herstellers ist, wenn man geopolitische Risiken vermeiden will und das Land Japan, im Gegensatz zu USA oder China, für einen vertrauenswürdigen und berechenbaren Partner westlicher Industriestaaten hält. Nächsten Monat startet Fujitsu in seinem Werk Kasashima die Fertigung von KI-Servern – "zur Stärkung der digitalen Souveränität", wie der Hersteller bekanntgibt.
In Japan seien nämlich mit einer "voranschreitenden Klassifizierung von Anbietern kritischer Infrastrukturdienstleistungen im Rahmen des Gesetzes zur Förderung der Wirtschaftssicherheit Systemrisikomanagement und digitale Souveränität für Kunden im Bereich kritischer Infrastrukturen essentiell", heißt es. Das bedeutet: Minimierung von Datenlecks, Sicherung autonomer Betriebsfähigkeit, Einhaltung lokaler Gesetze, Gewährleistung transparenter Sicherheitsstandards sowie Kontrolle über die Technologie, um umfassende IT-Integrität zu garantieren. Ähnlich also wie in der EU.
Ab März startet die Fertigung dieser "souveränen KI-Server Made in Japan", bestrückt mit Nvidia-Komponenten HGX B300 und RTX PRO 6000 Blackwell Server Edition GPUs. Die Produktion umfasse auch "Made-in-Japan-Server" mit Fujitsu-Monaka-Prozessoren, die der Anbieter als hochsichere Server positioniert ("Confidential-Computing-Technologie zur erweiterten Bedrohungsabwehr").
Das Kasashima-Werk der Fujitsu-Gruppe fertigt die Server dem Hersteller zufolge "unter Nutzung bewährter Expertise aus der Herstellung des Supercomputers Fugaku und weiterer hochzuverlässiger Server". Vom Leiterplattenbau bis zur Gerätemontage deckt Fujitsu dort die gesamte Wertschöpfungskette ab, wie einst in Augsburg, wo Fujitsu bis 2018 der einzig verbliebene Hersteller für Mainboards in Europa gewesen war.
Zudem gab Fujitsu bekannt, die Zusammenarbeit mit Supermicro Computer auszubauen- und zwar bei Planung, Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Wartung der KI-Server. Die Made-in-Japan-Serverprodukte sind für den japanischen und europäischen Markt vorgesehen.
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