ETA für Großbritannien: Nervig, lästig und gefährlich
Gekaufte Werbeanzeigen und professionelle Web-Auftritte von mindestens dubiosen, meist aber kriminellen Anbietern von Einreisegenehmigungen locken Reisende beispielsweise nach UK in die Falle. Das kann böse ausgehen, weil Geld und sensible Passdaten im Spiel sind, warnt Eset.
Großbritannien ist ein beliebtes Reiseziel für Deutsche. Zwischen zwei und drei Millionen zieht es jedes Jahr auf die Insel. Seit dem 2. April 2025 benötigt jeder, der das Vereinigte Königreich besuchen will, eine elektronische Reisegenehmigung (ETA). Cyberbetrüger haben die Bescheinigung für sich entdeckt. Mit angeblichen Ausfüllhilfen und aggressiver Werbung versuchen sie, unwissende Reisende in die Falle zu locken. Ihre Angebote landen bei entsprechenden Suchanfragen in den Top-Suchmaschinenergebnissen.
Wenn man auf dubiose Anbieter hereinfällt, kann das richtig teuer werden: Kosten von mehreren Hundert Euro sind umsonst ausgegeben und die Reise endet, bevor sie überhaupt angetreten ist.
Besser und sicherer also: Die ETA immer auf der offiziellen Seite der britischen Behörde www.gov.uk/check-eta oder in der ETA UK-App beantragen, wo sie 20 britische Pfund kostet.
Kleines, aber wichtiges Detail: Die ETA nach UK ist zwei Jahre gültig und ist an den biometrischen Reisepass gebunden, den man bei der Beantragung verwendet hat. Läuft der Reisepass in der Zwischenzeit aus, muss der Passinhaber mit dem neuen Dokument erneut eine ETA beantragen. Denn eine UK ETA ist immer direkt und digital an die spezifische Nummer eines Reisepasses gekoppelt. Passdaten in einer bestehenden ETA dürfen sich nicht ändern.
Die Genehmigung bekommt man nach der Prozedur des Ausfüllens in der App meist umgehend per E-Mail zugestellt. Tipp: Das Datum der Ausstellung gut merken (ist später in der UK ETA-App zwar recherchierbar, aber mit Aufwand). Nach rund 20 Minuten, zahlreicher Fragen zur Person und Bezahlung per Visa-Kreditkarte, bekam der CRN-Redakteur aus Deutschland seine ETA-Genehmigung per Mail zugestellt. Der Weihnachtsfeier in London stand also nichts im Wege.
Was passiert wäre, wäre der CRN-Redakteur auf einen der zahlreichen dubiosen, gar kriminellen Anbieter hereingefallen, vor denen der IT-Sicherheitsdienstleister Eset ausdrücklich warnt? Die tun nämlich so, als wäre sie eine offizielle Behördenseite, übernehmen leicht geänderte Hoheitszeichen und täuschen ansonsten perfekt die legitime Webseite vor.
Ohne ETA wären wir erst gar nicht ins Flugzeug gelassen worden. Falls man es doch bis an die Grenze schaffen sollte, ist spätestens da die Reise zu Ende, denn man wird umgehend zur Abreise gezwungen und trägt die Kosten der Rückführung. Außerdem wird man dann wegen Verstoßes gegen Einreisebestimmungen registriert, was zur Folge haben kann, dass eine ETA künftig verweigert wird. Keine ETA, keine Weihnachtsfeiern mehr in London – freilich auch keine Business-Meetings mehr mit den Kollegen und Kolleginnen vor Ort! (Was bitterer wäre, wollen wir besser nicht verraten).
Bitterer als zum Fenster hinausgeschmissenes Geld für Fake-Anbieter von ETA UK wäre sicher die Tatsache, dass Reisende sensible Daten übermittelt hätten. Selbst wenn Reisende ihre Daten an legitime Angebote von ETA-Dienstleistern übermitteln, die offensichtlich keine Betrüger sind, gehen sie ein Risiko ein. "Damit einher geht das Risiko für Datenlecks", warnt Eset. Cyberkriminelle könnten im Ernstfall mit Hilfe entwendeter Daten Identitäten kopieren und Straftaten begehen, indem sie sich als ihre Opfer ausgeben. Ganz abgesehen davon, dass Reisende sich in solchen Fällen neue Reisedokumente ausstellen lassen müssen, was mehrere Wochen in Anspruch nehmen und damit den gesamten Urlaub gefährden kann. "Die Gefahr für Datenmissbrauch ist hoch", so Eset.
So sparen Reisende bares Geld
Eset rät allen Großbritannien-Reisenden zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:
- Nur die offizielle Seite nutzen: Die ETA lässt sich ausschließlich über die offizielle Website der britischen Regierung oder die offizielle „UK ETA"-App beantragen (Download App Store, Download Google Play). Der Preis liegt dort garantiert bei 20 Pfund Sterling. Alle Angebote mit höheren Preisen sind ein Warnsignal. Google markiert Nicht-Regierungs-Websites in Suchergebnissen mit einer Warnung.
- Adressleiste prüfen: Vor der Eingabe persönlicher Daten sollten Nutzer die URL genau kontrollieren. Offizielle Regierungsseiten enden auf „gov.uk" – Nachahmerseiten nutzen häufig ähnlich klingende Domainnamen, um Verwechslungen zu provozieren.
- Werbeanzeigen kritisch hinterfragen: Auch wenn eine Anzeige bei Google oder in sozialen Netzwerken seriös wirkt, garantiert das nicht die Echtheit des Angebots. Im Zweifel lohnt sich die direkte Eingabe der offiziellen Adresse statt eines Klicks auf einen Werbelink.
- Kleingedrucktes lesen: Wer dennoch einen Drittanbieter nutzen möchte, sollte vorab genau prüfen, welche Zusatzleistungen im Preis enthalten sind und ob diese tatsächlich benötigt werden.
- Kreditkarte statt Vorkasse per Überweisung: Zahlungen per Kreditkarte bieten im Betrugsfall oft bessere Rückbuchungsmöglichkeiten als Überweisungen.
- Sicherheitssoftware nutzen: Eine aktuelle Sicherheitslösung mit Anti-Phishing-Funktion warnt bereits beim Aufruf betrügerischer Webseiten und verhindert so den Kontakt mit der Falle von vornherein.
"Wer sich vorab informiert und ausschließlich die offizielle Regierungsseite nutzt, spart nicht nur Geld, sondern schützt auch seine persönlichen Daten vor Missbrauch", so Thorsten Urbanski von Eset.
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