Eset überwacht KI-Agenten im laufenden Betrieb – Neues Geschäft für Partner

Eset erweitert seine Plattform Eset Protect um eine KI-basierte Sicherheitsebene, die autonome KI-Agenten und die von ihnen genutzten Ressourcen absichert. Für die Weiterentwicklung seiner KI-Technologie nimmt der Security-Anbieter zusätzlich 40 Mio. Euro in die Hand.

"Mit KI-Agenten kommt eine neue Klasse von Akteuren in Unternehmensnetze. Security muss deshalb künftig auch autonome Systeme und deren Aktivitäten im Blick behalten", sagt Michael Schröder, Head of Product Marketing bei Eset.(Foto: Eset)

Die sogenannten "Eset KI-Technologien" sollen künftig über das B2B-Portfolio hinweg Security-Teams bei der Erkennung und Bearbeitung von Sicherheitsvorfällen unterstützen. Der europäische Cybersecurity-Anbieter Eset nimmt somit eine neue Angriffsfläche ins Visier und will mit Eset AI Security Unternehmen beim Einsatz künstlicher Intelligenz schützen und Gefahren abwehren, die vor allem von autonomen KI-Agenten ausgehen.

Mit den Eset KI-Technologien führt das Unternehmen seine Fähigkeiten in einer gemeinsamen technologischen Architektur zusammen. Bestehende Technologien wie Eset LiveGrid, Eset LiveSense und Eset LiveGuard werden um Eset LiveCortex und Eset LiveAI ergänzt.

Im Zentrum steht AI Behavioral Monitoring: Die Technologie überwacht das tatsächliche Verhalten zugelassener Agenten im laufenden Betrieb, gleicht ihre Aktivitäten mit definierten Regeln ab und ermöglicht das Eingreifen bei verdächtigen Vorgängen. Ergänzend prüft AI Agent Security unter anderem Skills, Skripte und externe URLs, während LiveCortex und LiveAI sicherheitsrelevante Ereignisse korrelieren, priorisieren und die Bearbeitung komplexer Vorfälle unterstützen, teilt Eset mit.

Vorteil von Eset LiveCortex: Priorisierte Vorfälle mit dem Kontext werden den Security-Teams für die weitere Untersuchung angezeigt. Statt eine Vielzahl isolierter Signale zu bewerten, können Analysten laut Eset "schneller erkennen, welche Aktivitäten wie zusammenhängen und wo Handlungsbedarf besteht."

Auf diesem Kontext baut Eset LiveAI auf. Das bisher als "ESET AI Advisor" bekannte KI-Tool entwickle sich damit zu einer Technologie weiter, die über die Unterstützung bei einzelnen Abfragen hinausgehe. LiveAI sei für komplexere Security-Aufgaben ausgelegt und könne diese über mehrere Schritte hinweg bearbeiten. Auf Basis festgelegter Regeln würden sich auch Aktionen automatisieren lassen, so Eset in einer Pressemitteilung.

40 Mio. Euro zusätzliche Investitionen in Eset KI-Technologie

Zudem teilt der IT-Security-Anbieter mit, ab diesem Jahr zusätzlich 40 Millionen Euro in die Weiterentwicklung seiner KI-Technologien zu investieren. Damit baue das Unternehmen sowohl den Einsatz von KI für die Cyberabwehr als auch den Schutz der KI-Nutzung auf Kundenseite aus.

Wenn der KI-Agent selbst zum Sicherheitsrisiko wird

Gerade autonome KI-Agenten stellen Security-Verantwortliche vor neue Aufgaben. Sie beantworten nicht lediglich Fragen, sondern können abhängig von ihren Berechtigungen selbstständig auf Dateien oder Anwendungen zugreifen, Code ausführen und externe Ressourcen einbinden. Damit erhalten KI-Systeme weitreichende Handlungsmöglichkeiten innerhalb der Unternehmensumgebung.

Ein Risiko liegt laut Eset in den Komponenten, mit denen solche Agenten ihre Fähigkeiten erweitern. Mehr als 900.000 sogenannte Skills habe Eset untersucht. Sie können einem Agenten zusätzliche Funktionen bereitstellen, aber auch manipulierten Code oder andere Sicherheitsrisiken einschleusen.

"Mit KI-Agenten kommt eine neue Klasse von Akteuren in Unternehmensnetze. Sie können selbstständig auf Daten und Anwendungen zugreifen oder Code ausführen. Security muss deshalb künftig auch autonome Systeme und deren Aktivitäten im Blick behalten. Gleichzeitig nutzen wir KI, um unseren Kunden bei der wachsenden Komplexität der Cyberabwehr Arbeit abzunehmen", sagt Michael Schröder, Head of Product Marketing bei Eset.

Neues Beratungsfeld für den Channel

Die neue Sicherheitsebene sei auch für den Channel relevant, ist sich Eset sicher. Je mehr Unternehmen KI-Anwendungen und autonome Agenten produktiv einsetzen, desto stärker rückt deren Absicherung in bestehende Security-Konzepte. Für Eset-Partner entstehe damit "ein neues Beratungsfeld, das sie innerhalb der Eset Protect-Plattform adressieren können", so der IT-Sicherheitsanbieter.

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