Deutscher KI-Markt 2027 über 40 Milliarden Euro schwer
2026 markiert in positiver wie negativer Hinsicht den Durchbruch der künstlichen Intelligenz. Die deutsche Wirtschaft investiert in Software, Services und Hardware 28,7 Milliarden Euro in diesem Jahr – ein Plus von 48 Prozent. KI wird dem Bitkom zufolge von Unternehmen jeder Größe und in allen Branchen genutzt – auch von Hackern, die nun auf dem "Niveau von Nationalstaaten" agieren.
Der Branchenverband Bitkom unterlegt die KI-Nachfrage mit Zahlen. Und die zeigen, dass hierzulande massiv in künstliche Intelligenz investiert wird. Demnach werden Unternehmen in Deutschland in diesem Jahr für KI-Technologien voraussichtlich 28,7 Mrd. Euro ausgeben, nach 19,4 Mrd. in 2025 – ein Anstieg um 48 Prozent.
Für Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst ist das ein deutliches Signal. "Bei KI erleben wir den Übergang von der Experimentierphase zu einem breiten Einsatz". KI würden Unternehmen jeder Größe und in allen Branchen nutzen, so der Bitkom-Chef.
Den größten Anteil an den Ausgaben hat Bitkom zufolge KI-Software mit 16 Mrd. Euro, ein Plus von 65 Prozent. Auf Dienstleistungen rund um KI entfallen 6,8 Mrd. Euro (plus 30 Prozent), auf Hardware 5,8 Mrd. Euro (plus 32 Prozent). Treiber der KI ist generative KI: Im laufenden Jahr verdoppeln sich die Ausgaben hier auf voraussichtlich auf 11,5 Mrd. Euro, nach 5,7 Mrd. Euro im Vorjahr. ChatGPT, Claude von Anthropic, Microsoft Copilot oder Google Gemini haben laut Bitkom inzwischen einen Anteil von 40 Prozent an allen KI-Ausgaben.
Im kommenden Jahr bleiben KI-Investitionen weiterhin hoch, auch wenn sie die Wachstumsdynamik voraussichtlich abschwächen könnte. Für 2027 werden Ausgaben von 40,3 Mrd. Euro erwartet, ein Plus von 40 Prozent.
Die Zahlen des Digitalverbands Bitkom basieren auf Grundlage von IDC. Das Marktforschungsunternehmen hat dazu die Studie "IDC Worldwide AI and Generative AI - Spending Guide" herausgegeben.
Das Ende der "Experimentierphase", wie Bitkom-Präsident Wintergerst beobachtet, ist also durchaus eingetreten. Das Gesamtvolumen der IT-Ausgaben in Deutschland beziffert der Bitkom für dieses Jahr auf 171,3 Mrd. Euro – demnach hätte KI mit einem Volumen von 28,7 Mrd. einen Anteil von knapp 17 Prozent. Dieser Anteil wird allerdings in den kommenden Jahren deutlich steigen, denn das Wachstum von KI ist rasant, während der gesamte IT-Markt 2026 lediglich um rund 5 Prozent wächst. Ausgaben für Software und Cloud steigen am stärksten (plus 21 Prozent). KI hat den Durchbruch also durchaus geschafft.
Unkontrollierte KI: Hacker eigenen sich Spitzenfähigkeiten per Prompt an
Allerdings markiert 2026 auch das Jahr, indem die Gefahren von KI nicht mehr abstrakt, sondern sehr real sind. Sowohl OpenAI als auch Anthropic mussten schwere Sicherheitsmängel einräumen. Die Unternehmen haben die Kontrolle über einige Frontier-Modelle verloren, die aus vermeintlich isolierten Serverumgebungen ausbrechen konnten und selbständig in IT-Netzwerke anderer Unternehmen eingedrungen sind.
Die IT-Security-Branche spricht von einer Zäsur. Denn Spitzenfähigkeiten, um hochsichere IT-Systeme zu hacken, konnten sich vor der KI nur Nationalstaaten leisten, die über entsprechend hohe finanzielle Mittel verfügen. Nun lässt sich ein Angriff mit einem Prompt durchführen, warnt George Kurtz. "Jeder Angreifer agiert jetzt mit Fähigkeiten auf dem Niveau von Nationalstaaten," sagte der CEO des US-Sicherheitsanbieters CrowdStrike vor kurzem auf der Konferenz seines Unternehmens.
CRN-Newsletter beziehen und Archiv nutzen - kostenlos: Jetzt bei der CRN Community anmelden