CPN-Ignition: "Mit dem Business weiterkommen"

Das zur Byteclub-Holding gehörende CPN-Netzwerk veranstaltete die 34. Hausmesse "Ignition" in Essen. CRN sprach auf dem gut besuchten Händlerevent mit CPN-Geschäftsführer Tobias Schulte-Ostermann und mit Byteclub-Chef Michael Hencke.

CPN-Chef Tobias Schulte-Ostermann: “Netzwerken, weil IT immer komplexer wird“ (Foto: Folker Lück)

Das Atlantic Hotel nahe dem Gruga-Messegelände in Essen war Schauplatz der 34. Ignition-Hausmesse, die das Händlernetzwerk CPN kürzlich veranstaltete. Während draußen die Sonne lacht, blickt drinnen CPN-Geschäftsfühhrer Tobias Schulte-Ostermann optimistisch aus seiner roten Adidas-Trainingsjacke in die Zukunft. Das Händler-Netzwerk CPN verzeichnet seit Jahren einen soliden Zulauf von rund zehn Prozent jährlich. Angelaufen ist auch die Expansion nach Österreich: Dort hat CPN jetzt erste neue Mitglieder gewonnen und veranstaltet mittlerweile auch zwei Stammtische.

Die Veranstaltungshalle in dem Essener Hotel ist komplett gefüllt, 55 Unternehmen stellen aus, darunter die Distributoren Also, Api, Ingram Micro, Systeam und ComLine. Auch Kooperationspartner wie bb-net, ITscope, Mercator, Targo Leasing und Wertgarantie sind vor Ort, zudem Hersteller - von Agfeo bis Zyxel. "Allgemein haben wir einen sehr guten Zulauf auf der Ignition", unterstreicht CPN-Geschäftsführer Tobias Schulte-Ostermann, den hier fast alle Tobi nennen. "70 bis 80 Prozent unserer Mitglieder sind immer da. Für viele ist das die Veranstaltung des Jahres. Sehr familiär. Viele kennen sich halt auch seit Jahren", erklärt er.

Ursprünglich - genauer gesagt im Jahr 2003 - ist CPN aus dem Apple-Markt heraus entstanden. Damals stand CPN noch für "Comspot Partner Network". Inzwischen ist die Kooperation über das klassische Apple-Business hinausgewachsen: auch Fachhändler und Systemhäuser mit klassischem Windows-Business fühlen sich hier zu Hause. Dennoch gilt CPN weiterhin als das größte Netzwerk für Apple-Fachhändler in Deutschland, adressiert aber auch unabhängige Systemhäuser und IT-Supporter.

"Untereinander gut connecten"

"Wir haben 80 Prozent Systemhäuser und rund 20 Prozent Fachhändler. Wir wollen sie alle zusammenbringen, weil viele verschiedenste Schwerpunkte haben. Die einen sind Apple Premium Reseller und haben ein Ladengeschäft, andere sind etwa im Ärztekosmos unterwegs", erläutert Schulte-Ostermann. Die Arbeit von CPN bringt der Geschäftsführer so auf den Punkt: Man sei keine Einkaufsgemeinschaft, geschweige denn ein Franchisesystem. "Wir wollen, dass die Partner gut in unser Netzwerk passen und dass sich die Menschen untereinander gut connecten können, damit sie auch in ihrem Business weiterkommen", führt der CPN-Chef aus.

Der offene Ansatz kommt gut an: Aktuell zählt das Netzwerk "knapp über 160 Mitglieder an über 200 Standorten". Jährlich verzeichne man "ein moderates Wachstum von 10 bis 20 Prozent“. Ziel sei es, die vorhandene die Struktur weiter beizubehalten und weiterhin ein Atmoshäre des "familiären Miteinanders" zu bieten. Die Motive für den Beitritt in die Kooperation sieht Schulte-Ostermann aber auch in Sparmöglichkeiten durch Rahmenverträge "in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten".

Aber auch technologisches Know-how spielt eine zunehmend wichtige Rolle: "Viele wollen auch deshalb netzwerken, weil die IT immer komplexer wird", betont Schulte-Ostermann – und nennt ein Beispiel. "Gerade zum KI-Thema sehen wir einerseits eine Spezialisierung und auf der anderen Seite den Bedarf, zu Kundenfragen " eine Expertise zu bieten, die intern teilweise noch nicht vorhanden ist." Dies sei ein wichtiges Beispiel dafür, weshalb das Netzwerkthema ganz oben stehe, insbesondere ibei Systemhäusern.

Zusammenarbeit wird gefördert

Zur weiteren Unterstützung des kollaborativen Modells betreibt CPN auch ein Partnerportal, in der jedes Mitglied einschließlich seiner Skills und Zertifizierungen aufgeführt ist. So lassen sich gezielt Partner nach Region und Qualifikation finden und direkt ansprechen. Häufig kennen sich die Mitglieder zwar ohnehin persönlich; Initiativen entstehen aber teils auch über CPN.

Zuspruch verzeichnet das Netzwerk auch hinsichtlich der Zusammenarbeit mit der Distribution. Verträge mit rund 30 Lieferanten habe man derzeit. "Da sind die großen Broadliner dabei, aber auch viele Value-Add-Distributoren", erläutert Schulte-Ostermann. "Wir sind der verlängerte Arm und gucken, dass wir die Distributoren mit ins Spiel bringen". Zuletzt vereinbarte CPN eine Zusammenarbeit mit dem VAD ComLine. Weiteres Wachstum? Nicht ausgeschlossen! Zum Beispiel auf der nächsten Ignition, die bereits geplant ist: Sie wird am 15. und 16. April 2027 in Fulda stattfinden.

Byteclub-Geschäftsführer Michael Hencke ergänzt zur insgesamt positiven Entwicklung des CPN-Netzwerks, dass jedes Zahr aber auch Händler ausscheiden. Das eigene Geschäft – damit meint er primär das Business des Apple Premium Resellers ComSpot – bewertet Hencke als insgesamt positiv. Den aktuell anstehenden Wechsel an der Spitze des Apple-Konzerns will er nicht bewerten, da er als Reseller mit der allerobersten Führungsetage ohnehin nicht in Berührung kommt.

Telcoland wird abgewickelt

Die Byteclub-Holding sieht Michael Hencke insgesamt auf einem guten Weg. Entstanden aus der Fusion von Telcoland und Comspot, sei es vor rund 10 Jahren eine strategisch gute Entscheidung gewesen, den einstigen "Bauchladen" aufzulösen und spezialisierte Einheiten auszugründen. Teils vorhandene Minderheitsbeteiligungen von ehemaligen Abteilungsleitern würden dazu beitragen, den Fokus und die unternehmerische Motivation zu erhöhen. Einige der zur Holding zählenden Unternehmen kämpfen derzeit mit dem Fachkräftemangel, andere, wie etwa die FLS-Möbelsparte für Lernumgebungen, haben sich nach einem schwierigen Start aktuell eine sehr gute Perspektive erarbeitet.

Telcoland habe sich nach der Corona-Pandemie als wirtschaftlich nicht mehr tragfähig erwiesen und werde derzeit abgewickelt. Zwei Läden wurden geschlossen, drei weitere von einem anderen Betreiber übernommen. Vier Shops werden durch bisherige Mitarbeitende weitergeführt.

In Summe zeige Byteclub eine robuste Diversifikationslogik: durch Spezialisierung, Outsourcing von Nicht-Kernkompetenzen, ein kluges Portfolio-Management sowie den Aufbau von Eigenmarken und vertikalen Ökosystemen sei man für die Zukunft gut aufgestellt.