Compass Gruppe: "Mit unseren strategischen Schwerpunkten liegen wir richtig"
7 Prozent Umsatzplus, trotz "herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen": Dirk Henniges ist zufrieden mit einem "soliden" Geschäft 2025. Der Zuspruch seiner Kooperationsmitglieder lässt den Chef der Compass Gruppe optimistisch auf die Herausforderungen der mittelständischen Systemhäuser blicken.
Über 30 Jahre ist Dirk Henniges beim Magdeburger Systemhauses Schugk IT-Solutions, an dem er beteiligt ist. 2005 schließlich übernahm er den Chefposten bei der Compass Gruppe. In den mehr als 3 Dekaden hat der heute 57-Jährige schon so einige Krisenphasen in der Systemhausbranche sowie Rezessionen erlebt. Dass die deutsche Wirtschaft aber so lange wie jetzt einfach nicht in Schwung kommt, erlebt selbst IT-Branchenveteran Henniges zum ersten Mal. Er bleibt entspannt, denn die Wirtschaftsflaute trifft seinen Sektor nicht wirklich hart. Unternehmen und die öffentliche Hand modernisieren trotz Krise oder erst recht wegen der Flaute, investieren in Digitalisierung und – vorsichtig - auch in KI.
Gar nicht auszudenken, wie die 39 mittelständischen Systemhäuser der Compass Gruppe dastehen würden, wäre in Deutschland Hochkonjunktur. Oder wenigstens der Hauch einer Aufbruchstimmung, wie sie 1983 Geier Sturzflug mit dem Lied Bruttosozialprodukt besungen hatte (immerhin plus 1,6 Prozent damals!). Henniges will und muss nicht klagen: solide und über dem durchschnittlichen Wachstum schloss Compass Gruppe das vergangene Jahr ab: 322 Millionen Umsatz, ein Plus 7 Prozent, so die vorläufigen Zahlen.
Wie hoch der Gewinn ausfiel, nannte die Kooperation nicht. In der zuletzt öffentlich vorliegenden Bilanz für 2023 stand ein Jahresüberschuss von knapp 709.000 Euro, bei einem Umsatz von rund 264 Millionen Euro.
"Kooperation ist und bleibt unsere stärkste Ressource", so die wenig überraschende Selbstvergewisserung von Henniges, dessen Geschäftsmodell Verbundgruppe tatsächlich dringender denn je gebraucht und nachgefragt wird. Technologien wandeln sich rasend schnell, überfordern kleinere IT-Häuser, weil sie oft nicht investieren können in Know-how und Fachpersonal.
Ein Netzwerk kann und muss für seine Mitglieder Weichen in die Zukunft stellen und Dienstleistungen anbieten, die kein Systemhaus allein aufziehen könnte. Das hat Compass Gruppe getan, mit Blick auf die Bilanz anscheinend recht erfolgreich: "Dieses Ergebnis zeigt, dass wir mit unseren strategischen Schwerpunkten richtig liegen und als mittelständische Unternehmen in einem volatilen Marktumfeld verlässlich performen", so Dirk Henniges. Und er rekapituliert diese folgenden Schwerpunkte:
DIRT. – Deutsches Incident Response Team
Das Deutsche Incident Response Team (DIRT.) entwickelt sich sehr dynamisch weiter. Die Gruppe plant derzeit, ein weiteres Mitgliedshaus in das DIRT.-Netzwerk aufzunehmen, um die regionale Abdeckung und Reaktionsfähigkeit im Ernstfall weiter auszubauen. Der Messeauftritt auf der it‑sa im Oktober 2025 zeigte zudem deutlich das große Interesse an den angebotenen Leistungen: Viele Besucher suchten das Gespräch zu Themen wie Incident Response, Cyber‑Resilienz und schnellen Einsatzszenarien bei IT-Sicherheitsvorfällen.
KI‑gestütztes Smart Ticket Tool
2025 wurde die Entwicklung des gruppenweiten KI‑basierten Smart Ticket Tools weiter vorangetrieben. Bereits 2024 erhielt die Compass Gruppe hierfür die Zusage der Forschungszulage des Bundes, ein wichtiger Impuls zur Beschleunigung der Innovationsarbeit.
Konsequente Weiterbildung der Mitarbeitenden
Die Qualifizierung der Mitarbeitenden bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor. Mit neuen Programmen und Formaten stärkt die Compass Gruppe ihre Fachkräfte gezielt in den Bereichen IT‑Security, Prozessberatung und KI‑gestützte Services.
Zukunftsfeldes Robotics
Die Compass Gruppe entwickelt derzeit auch das Zukunftsfeld Robotics, um ihren Mitgliedsunternehmen innovative, praxisnahe Lösungen an die Hand zu geben. Ziel ist es, Effizienzpotenziale bei Kunden zu heben, Mitarbeitende von routinemäßigen Aufgaben zu entlasten und gleichzeitig eine hohe Servicequalität sicherzustellen.
Die im vergangenen Jahr durchgeführten Pilotprojekte zeigen bereits vielversprechende Ansätze. Auf dieser Basis entstehen 2026 konkrete Angebote, mit denen die Mitgliedsunternehmen einen dynamisch wachsenden Markt erschließen, bestehende Kundenbeziehungen stärken und neue Geschäftsfelder öffnen können. Damit wird das Portfolio der Unternehmen um zukunftsfähige, margenstarke Dienstleistungen erweitert und nachhaltig ausgebaut.
CRN-Newsletter beziehen und Archiv nutzen - kostenlos: Jetzt bei der CRN Community anmelden