Co-CEO Mulholland verlässt SoftwareOne
Nach der abgeschlossenen Integration von Crayon übernimmt Raphael Erb ab nächsten Monat wieder die alleinige Führung von SoftwareOne. Melissa Mulholland, die seit dem Zukauf vor einem Jahre seine Co-CEO war, wird das Unternehmen verlassen.
SoftwareOne kehrt von der Doppelspitze ab. Ab 1. August wird Raphael Erb den Schweizer IT-Dienstleister und Distributor wieder allein führen. Co-Chefin Melissa Mulholland verlässt das Unternehmen. Hintergrund ist laut einer Mitteilung des Unternehmens die inzwischen weitgehend abgeschlossene Integration von Crayon, mit dessen Übernahme die bisherige Crayon-Chefin Mulholland im vergangenen Juli in die Führung der SoftwareOne aufgerückt war. "Das Co-CEO-Modell wurde entwickelt, um durch die Integration von SoftwareOne und Crayon Kontinuität zu gewährleisten. Da diese Aufgabe nun kurz vor dem Abschluss steht, ist eine Struktur mit einem alleinigen CEO der richtige nächste Schritt, um den Fokus aufrechtzuerhalten und die Umsetzung zu beschleunigen", erklärt der Verwaltungsratsvorsitzende, Till Spillmann. Nach Angaben des Unternehmens erfolgt der Schritt in Absprache mit beiden CEOs.
In der der Doppelspitze hatte Erb die Verantwortung für das kommerzielle Geschäft, Services und den Marketplace inne, während Mulholland unter anderem Strategieentwicklung, Kundenplattformen und globale Funktionen verantwortete. Jetzt übernimmt Erb, der bereits seit 1999 bei SoftwareOne ist und den früheren Unternehmenschef Brian Duffy Ende 2024 nach einem durchwachsenen Jahr ersetzt hatte, die Führung wieder allein. "Raphael Erb ist mit seinem tiefgreifenden Verständnis für unsere Kunden, unsere Kerngeschäftsprozesse und den kommerziellen Bereich ideal positioniert, um SoftwareOne in diesem nächsten Kapitel zu führen", ist Spillmann überzeugt und dankt Mulholland für ihren Beitrag zur Integration: "Melissa hat Crayon durch eine Phase starker internationaler Expansion geführt und war nach der Übernahme durch SoftwareOne maßgeblich daran beteiligt, die strategische Ausrichtung des fusionierten Unternehmens zu gestalten und dessen Position am Markt zu stärken."
Mulholland wünscht Erb " viel Erfolg"
Mulholland selbst erklärt, sie sei "stolz auf das, was wir im vergangenen Jahr gemeinsam erreicht haben", wodurch ein "stärkeres Unternehmen mit vielversprechenden Zukunftsaussichten entstanden" sei, und bedankt sich bei den Mitarbeitern, Kunden und Partnern für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung auf diesem Weg. "Nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um zu einer Struktur mit einem einzigen CEO überzugehen", so die scheidende Co-CEO weiter. "Ich bin zuversichtlich, dass das Unternehmen für sein nächstes Kapitel sehr gut aufgestellt ist, und wünsche Raphael und dem gesamten SoftwareOne-Team weiterhin viel Erfolg." Ob Mulholland bereits eine neue Position in Aussicht hat, ist nicht bekannt.
Der neue alte CEO bedankte sich ebenfalls bei Mulholland für ihre Leistung im Zuge der gelungenen Integration. "Das vergangene Jahr hat die Stärke unseres gemeinsamen Unternehmens unter Beweis gestellt, und nun gilt es, auf dieser Dynamik aufzubauen", unterstreicht Erb. "Ich fühle mich durch das mir entgegengebrachte Vertrauen geehrt und freue mich darauf, SoftwareOne gemeinsam mit unseren talentierten Teams auf der ganzen Welt in die nächste Wachstumsphase zu führen", führt er aus und verspricht: "Wir bekennen uns weiterhin voll und ganz zu unserer Strategie, unseren Kunden und Partnern sowie zur Schaffung langfristiger Werte für alle Stakeholder."
Hatte das Unternehmen seinen eigenen Umsatz im Geschäftsjahr 2025 nur um 1,4 Prozent steigern können, legte er durch die Übernahme insgesamt um 22,5 Prozent nach oben, auf 1,24 Milliarden Schweizer Franken. Auch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sorgte vor allem das zusätzliche Geschäft nach der Übernahme für Schwung. Zwar legte der organische Umsatz um 12,9 Prozent zu, getragen von einem hohen Volumen dreijähriger Microsoft-Cloud-Solution-Provider-Verträge (CSP) sowie vorzeitigen Verlängerungen im Zusammenhang mit den bevorstehenden Preiserhöhungen des Herstellers. Gleichzeitig schoss der Konzernumsatz um 64,7 Prozent nach oben, auf 387,7 Millionen Schweizer Franken. Das Unternehmen wird seine Ergebnisse für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 am 26. August vorlegen.
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