Climb Global Solutions: Interworks-Übernahme stärkt Europa-Präsenz
Nach der Übernahme des griechischen Cloud-Distributors Interworks.cloud stellt CEO Dale Foster Climb Global Solutions auf die nächste Wachstumsphase ein – und will damit zugleich die eigene Cloud-Marketplace-Plattform stärken – vor allem mit Microsoft.
US-Distributor Climb Global Solutions läutet mit der Übernahme von Interworks.com die nächste Wachstumsphase in Europa ein. Der Distributor aus Griechenland bedient etwa 600 Reseller und MSPs, das Einzugsgebiet reicht nach Malta, Bulgarien und Zypern. Einer der wichtigsten Hersteller im Portfolio ist Microsoft. Nachdem der Softwareriese sein CSP-Programm um Distributoren und Partner ausdünnte, die die Umsatzschwelle von 30 Mio., bzw. 1 Mio. US-Dollar nicht erreichen, rechnet Climb mit einer Stärkung des Microsoft-Geschäfts.
"Climb ist nun auch noch besser in der Lage, seine Partner bei der Erfüllung der Compliance- und Partneranforderungen von Microsoft zu unterstützen", so der Distributor. Partner in der gesamten EMEA-Region würden zudem durch die Übernahme von Interworks "Zugang zu einem erweiterten Portfolio führender Hersteller" bekommen: Acronis, NinjaOne, Nord Security, ThreatDown, Google, AnyDesk und Blackwall sowie weitere Anbieter, so Climb. Umgekehrt würden Partnern von Interworks auf das gesamten EMEA-Herstellerportfolio von Climb zugreifen können.
Das dürfte auch Martin Bichler freuen. Der Manager verantwortet als DACH-Chef die Expansion von Climb in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
"Viele Partner verkaufen zwar Microsoft 365, machen aber noch nicht wirklich viel mit KI oder Azure", so Dale Foster, CEO Climb Global Solutions, im Interview mit CRN. "Wir haben die technischen Teams, die ihnen helfen können, in diese Bereiche hineinzuwachsen".
Climb wird das Team von Interworks in die eigene Unternehmensstruktur integriert, "um Kontinuität sowie hochwertigen lokalen Support für Partner und Kunden sicherzustellen". Gegenüber CRN erklärte Foster, schon lange darüber zu sprechen, Deutschland und Frankreich auszubauen und unsere Präsenz in Europa weiter zu stärken. Mit diesem Schritt gewinnen wir eine zusätzliche Basis für weiteres Wachstum", so der CEO.
"Kein klassisches Distributionsmodell"
Mit der Übernahme von Interworks ist der Distributor nun in Südeuropa präsent. "Das schließt eine Lücke, die wir seit ein paar Jahren hatten", so Foster im Interview mit CRN. "Wir haben uns intern nichts vorgemacht: Unsere Cloud-Marketplace-Plattform war nicht dort, wo sie sein muss, um mit den größten Distributoren oder den Born-in-the-Cloud-Anbietern mitzuhalten. Interworks hat das bereits aufgebaut".
Der griechische Marketplace-Spezialist betreibe "kein klassisches Distributionsmodell mit permanentem Angebots- und Transaktionsgeschäft", so Dale. "Im Mittelpunkt steht, MSPs auf die Plattform zu holen, sie zu befähigen und sie beim Wachstum zu unterstützen." Dieser Ansatz werde immer wichtiger, so Foster – denn Cloud-Marketplaces werden zunehmend zum zentralen Weg, über den Partner Services von Anbietern wie Microsoft einkaufen und verwalten.
"Wer eine Cloud-Plattform- oder Marketplace-Strategie verfolgt, für den ist Microsoft in der Regel der Grundpfeiler", so Dale. "Dort starten die meisten Workloads – und Partner wollen einen Ort, an dem sie Microsoft und alles, was daran andockt, beziehen können".
Durchwachsene Bilanz
Im vergangenen Monat meldete Climb Global Solutions gemischte Zahlen: Der Nettoumsatz stieg im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 193,8 Mio. US-Dollar, der Nettogewinn blieb jedoch bei 7 Mio. US-Dollar. Auf bereinigter Basis ging die Profitabilität zurück. Der bereinigte Nettogewinn lag bei 7 Mio. US-Dollar (Q4 2024: 10,3 Mio. US-Dollar), das bereinigte EBITDA sank auf 13 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 16,1 Mio. US-Dollar). Die Bruttorechnungsbeträge (Gross Billings) kletterten um 18 Prozent auf rund 2,1 Mrd. US-Dollar – ein Hinweis auf die robuste Nachfrage nach dem Herstellerportfolio und den Channel-Programmen.
Laut Foster soll die Interworks-Übernahme dieses Momentum nutzen und zugleich Climbs Go-to-Market-Modell modernisieren. Die am 24. Februar gelemdete Akquisition wurde mir 9,4 Mio. US-Dollar bewertet. Foster sieht sich zudem auf Kurs mit seinem 2024 formulierten Ziel, bis 2026 einen Umsatz von 2 Mrd. US-Dollar zu erreichen: "Wir lagen bei fast 2,2 Milliarden", so der CEO.
Expansion in Europa geht weiter
Der Interworks-Deal fällt in eine Phase, in der Climb weiterhin stark in internationales Wachstum investiert. In Europa sieht Foster große Chancen – sowohl durch weitere Übernahmen als auch durch organische Expansion. "Wir arbeiten seit Langem daran, in Deutschland und Frankreich zu wachsen und unsere Präsenz in Europa insgesamt auszubauen", sagt er. "Damit erhalten wir einen weiteren Ausgangspunkt für Expansion."
Der Artikel erschien zuerst bei unserer Schwesterpublikation crn.com. Er wurde von CRN Deutschland ergä
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