Cancom enthüllt KI-Stack – "schlüsselfertige" Lösung mit Nvidia, Cisco und Netapp

Hürden für die Einführung von KI abbauen, zuvor testen, erst dann investieren: Systemhaus Cancom stellt FlexPod-AI vor – eine KI-Referenzarchitekturlösung für den On-Prem-Einsatz, bei der Kunden die "voller Kontrolle" über ihre Daten behalten.

Da ist sie, die KI-Maschine. Cancom-CEO Rüdiger Rath enthüllte FlexPod AI gestern auf dem Kundenevent des Systemhauses in Darmstadt. Ein laut Rath "risikofreier Weg, KI zu testen und zu implementieren". (Foto: Cancom)

Cancom untermauert seine KI-Expertise und setzt um, was sich IT-Hersteller und offenbar auch viele Kunden wünschen: Hürden für Investitionen in künstliche Intelligenz senken, Komplexität rausnehmen, Nutzen aufzeigen. FlexPod AI bündelt Rechenleistung, Netzwerk, Speicher und KI-Software in einer integrierten Plattform, die Kunden in ihren Rechenzentren betreiben können.

Im "schlüsselfertigen" KI-Stack stecken vier Nvidia RTX Pro 6000 GPUs, zwei Intel Xeon 6 CPUs, ein Cisco Nexus High-Speed-Netzwerk mit bis zu 400 GbE, eine NetApp AFF A90 mit 69 Terabyte nutzbarem Speicher sowie OpenShift AI und Nvidia AI Enterprise als Software-Stack. Die Hersteller und Cancom sprechen von einer KI-Referenzarchitekturlösung, "um generative KI und maschinelles Lernen in zentrale Geschäftsprozesse einzubetten".

Cancom-CEO Rüdiger Rath enthüllte das gute Stück gestern feierlich auf der Cancom Live in Darmstadt. Mit dabei: Cassie Roach, VP Partner-Sales, AI Infrastructure & Connectivity bei Cisco, Henning Rahe, Direktor Partner-Sales Netapp und Isabelle Harbert, bei Nvidia zuständig für globaler Partnerschaften und Allianzen.

Mit FlexPod AI untermauert Cancom seine KI-Expertise und Services aus einer Hand. Kunden will Cancom bei KI-Projekten dort abholen, wo sie stehen. Beratung und die Service-Bausteine sind dafür modular aufgebaut. Bevor Kunden investieren, können sie FlexPod AI testen, "ein risikofreier Weg", so der Cancom-Chef. "Risk-Free Test" hat sich das Marketing dafür einfallen lassen. FlexPod AI gäbe Kunden die Möglichkeit, "vor einer Infrastrukturinvestition die vorinstallierten Use Cases zu nutzen oder eigene spezifische Anwendungsfälle auszuführen, um das validierte FlexPod-AI-Design zu testen."

Kunden könnten KI-Modelle wie RAG-Lösungen (Retrieval-Augmented Generation) und Vision AI "umsetzen und gleichzeitig die Kontrolle über ihre Infrastruktur und sensiblen Geschäftsdaten behalten", teilt Cancom ferner mit.

Von KI-Infrastruktur zur souveränen und sicheren KI-Fabrik

Großes Kino für Cancom und seine Technologiepartner. Bei der Enthüllung von FlexPod AI waren auch dabei: Cassie Roach (Cisco), Henning Rahe (Netapp) und Isabelle Harbert (Nvidia). (Foto: Cancom)

Für Organisationen mit zusätzlichen Anforderungen an Datensouveränität, Sicherheit und regulatorische Compliance bietet Cancom "Sovereign & Secure AI Factory" (SAIF) an. Aufbauend auf FlexPod AI als technologischer Grundlage ergänzt SAIF laut Cancom die zugrunde liegende Architektur "um dedizierte Sicherheits-, Governance- und Souveränitätsfunktionen und schafft so eine kontrollierte Umgebung für die Bereitstellung und den Betrieb sensibler KI-Workloads."

"Da KI von der Experimentierphase in den großflächigen Einsatz übergeht, bleiben Data Governance und Kontrolle entscheidende Erfolgsfaktoren", betont Cisco-Managerin Cassie Roach.

"Da ist noch Luft nach oben"

Einmal mehr zeigt sich für Cisco (und andere Hersteller mit KI-Ambitionen), dass vor allem große Systemhäuser wie Cancom den KI-Vertrieb antreiben und damit das eigene Wachstum und das der Technologie-Partner anfachen. "Starke Partnerschaften treiben Innovation: Heute haben wir gemeinsam mit Cancom den neuen FlexPod AI vorgestellt! Damit verbinden wir bewährte FlexPod-Verlässlichkeit mit modernster KI-Power, um Unternehmen den Weg in eine skalierbare und sichere KI-Zukunft zu ebnen", kommentiert Ciscos Channel-Chef in Deutschland, Detlev Kühne.

Alle Channel-Programme für KI, die Hersteller auflegen, zielen indes auf die Breite des Marktes, also den Mittelstand. Ob Cisco, Dell, Lenovo oder HPE: Alle versuchen, auch ihre kleineren Systemhaus-Partner für den Einsatz von KI-Lösungen zu befähigen – und zwar mit Hilfe ihrer Distributoren. "Da ist noch Luft nach oben", stellte der Cisco-Manager unlängst im CRN-Interview fest.

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