BVDW-Studie: Digitalwirtschaft in Deutschland steht für 481 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung
Digitalisierung schafft Wohlstand und ist ein Jobmotor: Die direkte und indirekte Wertschöpfung zusammen übersteigt laut Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) sogar eine Billion Euro, die Digitalbranche steht für 15 Millionen Arbeitsplätze – fast vollständig getragen vom Mittelstand.
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat zusammen mit dem Forschungsinstitut ISTARI.AI die Digitale Wirtschaft hierzulande vermessen. Dazu wurde ein neues Studiendesgin entwickelt. Die Ergebnisse bestätigen die herausragende volkswirtschaftliche Bedeutung des Sektors Digitale Wirtschaft. Demnach erwirtschaftet die Digitale Wirtschaft rund 481 Mrd. Euro und damit knapp zwölf Prozent der deutschen Bruttowertschöpfung, so der BVDW. Zugleich macht der Verband klar, dass die digitale Wertschöpfung weit über die genannten 481 Mrd. Euro Bruttowertschöpfung hinaus gehe. Die direkte und indirekte Wertschöpfung übersteige eine Billion Euro. Damit sei mehr als ein Viertel der Bruttowertschöpfung "digital geprägt", schreibt der BVDW in einer Pressemitteilung.
"Unsere Wirtschaft verändert sich schneller als die Kategorien, mit denen wir sie beschreiben. Die Studie macht sichtbar, welche ökonomische Kraft in der Digitalen Wirtschaft und in digitaler Wertschöpfung insgesamt liegt", sagt BVDW-Präsident Dirk Freytag. "Wer Wachstum, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit stärken will, muss Digitalpolitik als Wirtschaftspolitik verstehen. Deutschland braucht Rahmenbedingungen, die Datennutzung, digitale Innovationen und skalierbare Geschäftsmodelle ermöglichen", so Freytags Appell an die Politik.
Mehr als 15 Millionen Arbeitsplätze
Wie stark mittelständisch geprägt die Digitale Wirtschaft ist, würden die Ergebnisse der Studie verdeutlichen: Rund 95 Prozent der Unternehmen sind kleine und mittlere Unternehmen. Die Digitale Wirtschaft Deutschlands "spiegelt die DNA und Stärke wider". Sie stehe für innovative Geschäftsmodelle und hohe Wertschöpfung in der ganzen "wirtschaftlichen Breite in Deutschland". Laut BVDW beschäftige die Digitale Wirtschaft rund neun Millionen Menschen – "mit Blick auf die gesamte digitale Wertschöpfung sind es mehr als 15 Millionen."
Quer durch Wirtschaft und Bundesrepublik
Digitale Wertschöpfung entsteht laut dem Verband über Branchengrenzen hinaus: in Softwareunternehmen, Plattformen und Digitalagenturen, aber ebenso in Industrie, Handel, Finanzwirtschaft oder auch Medien. Entscheidend sei die Rolle digitaler Technologien für Wertschöpfung, Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit.
Diese Breite zeige sich auch in der regionalen Betrachtung. Hohe Digitalisierungsgrade konzentrierten sich besonders in Städten wie München, Hamburg, Darmstadt, Berlin und Frankfurt am Main. Unternehmen der Digitalen Wirtschaft seien in der gesamten Bundesrepublik zu finden. "Digitale Wertschöpfung ist damit kein Phänomen einzelner Standorte, sondern prägt Wirtschaftsräume in der gesamten Bundesrepublik und in jedem Landkreis", schreibt der BVDW.
So findet die "Vermessung der Digitale Wertschöpfung" statt
Die habe man laut BVDW erstmals auf Grundlage "konzentrischer Kreise" gebildet. Die Studie ordnet digitale Wertschöpfung erstmals entlang dreier konzentrischer Kreise um einen digitalen Kern ein: Die digitale Kernwirtschaft mit Unternehmen, deren Produkte und Leistungen selbst digital sind, und digital getriebene Geschäftsmodelle, die ohne digitale Technologien nicht funktionieren würden, bilden die ersten beiden Kreise. Sie sind die Digitale Wirtschaft und umfassen rund 229.000 Unternehmen.
Der dritte Kreis erfasst digital transformierte Branchen. Bei ihnen ist das Kerngeschäft selbst nicht digital, zugleich werden ihre Prozesse, Produkte oder Geschäftsmodelle maßgeblich durch digitale Technologien verändert.
Für die Studie wurden rund 1,4 Millionen marktaktive Unternehmen in Deutschland KI-gestützt anhand ihrer tatsächlichen Geschäftstätigkeit analysiert. Grundlage sind öffentlich verfügbare Web- und Unternehmensdaten. So sei eine neue Datengrundlage entstanden, "die digitale Wertschöpfung entlang aktueller Geschäftsmodelle sichtbar macht und nicht entlang historischer Branchencodes gemessen" werde.
Ziel der Studienergebnisse: Sie sollen Politik und Wirtschaft helfen, "den Beitrag der Digitalen Wirtschaft und digitaler Wertschöpfung zum Standort Deutschland besser einzuordnen und Entwicklungen künftig regional, branchenspezifisch und international vergleichbar zu vermessen."
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