Business-Tintenstrahldrucker ziehen Gesamtmarkt nach unten

Marktforscher von Context stellen eine Abkühlung im europäischen Druckermarkt fest. Unternehmen halten sich mit Anschaffungen zurück, während das Segment Privatkunden für Lichtblicke bei Laser- und Tintenstrahlgeräten sorgt.

Das Privatkundensegment stützt den Markt und hält die Nachfrage hoch, wovon Laserdrucker und Tinten- oder Toner-Abonnements profitieren, wie Instant Ink von HP. Sorgenkind bleibt die schwache Nachfrage bei Unternehmen. (Foto: HP)

Der europäische Druckermarkt für Business-Kunden kühlt sich laut den Beobachtungen des Marktforschungsunternehmern von Context ab. Nach einer Erholung zu Beginn des zweiten Quartals verliert der Druckhardware in den folgenden Wochen aber an Schwung – und zwar in allen wichtigen Drucker-Kategorien. Die Zahlen von Context beziehen sich auf die Abverkäufe von Distributoren.

Der aktuelle Marktüberblick zeige, dass die Umsätze bei Tintenstrahl- und Laser-Multifunktionsdruckern (MFPs) sowie bei Einfunktionsdruckern (SFPs) bis zur 26. Woche alle unter den Wochendurchschnitt von 2025 gefallen seien, "was auf eine breit angelegte Abschwächung der Hardware-Käufe im gesamten europäischen IT-Vertriebskanal hindeutet", so die Marktforscher.

Laser-Drucker für Privatkunden hingegen seien "ein relativer Lichtblick": Zu Beginn des zweiten Quartals 2026 stiegen die Umsätze bei Laser-Druckern für Privatkunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent, während die Verkaufszahlen um 19 Prozent zunahmen, was dieses Segment zum leistungsstärksten auf dem Markt mache. Auch Tintenstrahldrucker für Privatkunden verzeichneten laut Context ein positives Wachstum: Die Umsätze stiegen um 13 Prozent, die Verkaufszahlen legten um 4 Prozent zu.

Zu schaffen macht den Herstellern der Geschäftsdruckbereich: Bei den Stückzahlen von Tintenstrahldruckern ging es zu Beginn des zweiten Quartals um 14 Prozent bergab, beim Umsatz um 9 Prozent runter. Auch Laserdrucker für den Geschäftsbereich lagen im Berichtszeitraum im Minus: Die Stückzahlen sanken um 1 Prozentpunkt, der Umsatz blieb um 9 Prozent hinter dem Vorjahreszeitraum.

"Die positiven Vergleiche mit einem schwächeren Vorjahreszeitraum trugen dazu bei, die Ergebnisse in der ersten Hälfte des zweiten Quartals anzukurbeln, doch diese Dynamik ließ im Laufe des Quartals nach", so Rémi Gaudin, Senior Analyst bei Context. "Die Nachfrage der Privatkunden ist vergleichsweise stabil geblieben, insbesondere bei Laserdruckern, während die Unternehmen bei ihren Anschaffungen weiterhin zurückhaltender sind."

Regionale Unterschiede

Dem Bericht zufolge haben Hersteller und ihre Distributoren in Spanien, Italien und Großbritannien zu Beginn des zweiten Quartals eine stärkere Umsatzentwicklung verzeichnet. Dazu trug die zunehmende Verbreitung von Druckern mit nachfüllbaren Tintenbehältern bei.

In Deutschland, Frankreich und Polen waren die Markttrends im gleichen Zeitraum eher verhalten gewesen. Auch der Preisdruck hält branchenweit an. Abgesehen von dem vorübergehenden Anstieg im zweiten Quartal 2025 sind die durchschnittlichen ungewichteten Preise sowohl für Tintenstrahl- als auch für Laserdrucker in den letzten zwei Jahren insgesamt gesunken. Der gleiche Trend zeigt sich bei Tintenpatronen und nachfüllbaren Tintensystemen, was den anhaltenden Wettbewerb und Veränderungen im Produktmix widerspiegele.

Trend zu nachfüllbaren Tintenbehältersystemen

Gleichzeitig zeigt sich ein anhaltender Rückgang des Druckvolumen: Seit Mai 2022 ist laut den Zahlen von Context die durchschnittliche Anzahl der verkauften druckbaren Seiten insgesamt um 23 gesunken, wobei Toner um 21 Prozent und Tintenpatronen um 41 Prozent zurückgingen. Im Gegensatz dazu haben Tintenflaschen die Anzahl der druckbaren Seiten um 28 Prozent gesteigert, was die anhaltende Verlagerung hin zu nachfüllbaren Tintenbehältersystemen unterstreicht.

"Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte 2026 hoffen die Anbieter, dass die Nachfrage im Geschäftskundenbereich anzieht, um die sich verlangsamenden Ersatzzyklen bei Privatkunden auszugleichen und das Umsatzwachstum aufrechtzuerhalten", so der Ausblick von Context.

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