Beschaffung: Ivalua bringt zentralen S2P-Agenten IVA
Ivalua erweitert seine Beschaffungsplattform um IVA Studio. Die gerade in die Beta-Phase gestartete Lösung soll es Unternehmen ermöglichen, alle zentralen Source-to-Pay-Prozesse über einen einzigen KI-Agenten sicher zu steuern und automatisieren.
Ivalua hat mit IVA Studio eine KI-Erweiterung für seine Beschaffungsplattform vorgestellt, die man als "agentenbasiertes Betriebssystem für die Beschaffung" beschreibt. Im Mittelpunkt steht der Intelligent Virtual Agent IVA, der zahlreiche Aufgaben entlang des gesamten Source-to-Pay-Prozesses übernehmen und vereinfachen soll, von der Analyse und Verlängerung bestehender Verträge über Ausschreibungen bis hin zur Prüfung eingehender Rechnungen. Da Ivalua zufolge keine Integration und Konfiguration notwendig sind, soll die Lösung vom ersten Tag umfassend einsatzbereit und leicht nutzbar sein.
So können Category Manager IVA beispielsweise beauftragen, Verträge abzurufen und mit anderen Vereinbarungen zu vergleichen, geeignete Lieferanten zu identifizieren und eine entsprechende Ausschreibung vorzubereiten. In der Kreditorenbuchhaltung soll IVA Rechnungen nicht nur anhand von Preis und Bestellung prüfen, sondern auch mit vertraglichen Bedingungen abgleichen können. Zudem arbeitet IVA auch autonom im Hintergrund als Teil der Beschaffungs-Workflows. Ivalua zufolge kann er dort beispielsweise im Falle eines Lieferanten-Risikoereignisses die betroffenen Verträge auflisten, eine Bestellung erstellen, einen Risikominderungsplan aufsetzen und qualifizierte alternative Lieferanten vorschlagen.
Governance im Fokus
Um das zu ermöglichen, greift IVA laut Hersteller unter Berücksichtigung aller Regeln auf Daten und Funktionen der Ivalua-Plattform zu, die auch zugleich für die Durchsetzung der Governance verantwortlich ist. Dadurch soll der Agent nur dieselben Aktionen ausführen können wie der jeweilige Nutzer, dessen Berechtigungen er übernimmt. Auch bei autonomen Aufgaben in Workflows bleibt demnach ein verantwortlicher Nutzer hinterlegt. Damit wird sichergestellt, dass es immer einen verantwortlichen Nutzer gibt, dessen Berechtigungen die Lösung nutzen aber nicht überschreiten kann und auf den sie für "Human-in-the-Loop"-Kontrollen zurückgreift. Zudem werden laut Ivalua sämtliche Aktionen protokolliert, um eine vollständige Nachvollziehbarkeit und Kontrolle sicherzustellen.
Indem Unternehmen und Teams eigene Best Practices, Beschaffungsansätze, Verhandlungsstrategien oder Compliance-Regeln als Skills hinterlegen können, soll internes Fachwissen breiter nutzbar werden und dazu beitragen, dass sich IVA und die Prozesse im laufenden Einsatz beständig weiterentwickeln. Zusätzlich können hier auch die Implementierungspartner eigene Beratung, Fachwissen und Supportleistungen anbieten. "Wir bei Ivalua glauben, dass die Zukunft des Einkaufs nicht in der KI liegt, sondern darin, dass Menschen die KI nutzen, um bessere und schnellere Ergebnisse zu erzielen", unterstreicht CEO Franck Lheureux.
Ein Agent genügt
Auf technischer Seite ist IVA Studio nach Angaben des Herstellers LLM-unabhängig, sodass Kunden neben den von Ivalua bereitgestellten Modellen auch eigene Sprachmodelle anbinden können. Zur Einbindung weiterer Systeme und Datenquellen unterstützt die Lösung zudem Integrationen über das Model Context Protocol (MCP).
Mit diesem integrierten Ansatz, der Fähigkeiten, Berechtigungen, Werkzeuge und Integrationen auf der zentralen Steuerungsebene vereint, will Ivalua bewusst der aktuellen Entwicklung entgegenwirken, eine Sammlung einzelner, separat zu verwaltender KI-Agenten für solche Aufgaben entwickeln, betreiben und absichern zu müssen. Sollten bei besonders komplexen Aufgaben zusätzliche Kapazitäten gefordert sein, kann IVA dafür temporäre Unteragenten erstellen und koordinieren. "Bisher mussten Beschaffungsteams in der Regel Zeit damit verbringen, KI-Agenten erst einmal zu entwickeln und zu konfigurieren, bevor sie Ergebnisse sehen konnten", erklärt David Khuat-Duy, Gründer und Chief AI Officer von Ivalua. "Der Ansatz von Ivalua ist völlig anders: IVA nutzt die Ivalua-Plattform als Werkzeugkasten und Wissensquelle, sodass die Beschaffung vom ersten Tag an einen Mehrwert erzielen kann – und zwar innerhalb eines Governance-Rahmens, der von Grund auf integriert ist."
IVA Studio ist ab sofort als offizielle Beta-Version verfügbar. Die allgemeine Verfügbarkeit für Kunden ist laut Ivalua für den Sommer geplant.
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