Bechtle kehrt zurück zum Vorstandstrio
Den designierten CEO Konstantin Ebert länger an sich binden, Bechtle-Vorständin Antje Leminsky zum Jahresende von ihrem Amt entbinden: Bechtle verkleinert die Führungsspitze. Obwohl der Systemhausriese wächst und weiter ehrgeizige Wachstumspläne verfolgt.
Zwei Zeichen gehen von der gestrigen Aufsichtsratssitzung von Bechtle aus: Man versichert sich nochmals der Entscheidung vom vergangenen November, den idealen Kandidaten für die Nachbesetzung des CEO-Postens Ende dieses Jahres gewählt zu haben. Und bei den Tugenden Sparsamkeit und Fleiß, immer schon Maßstab des Arbeitsethos bei allen Bechtle-Beschäftigten, Neckarsulmern, wird die wieder auf drei Vorstände verkleinerte Führungsspitze noch vorbildhafter vorangehen.
Ende dieses Jahres läuft der Vertrag von Bechtle-Chef Thomas Olemotz planmäßig aus. Seit 2007 ist er bei Bechtle, seit 2009 als CEO. Er geht in den Ruhestand. Konstantin Ebert wird sein Nachfolger. Vergangenen November gab Bechtle die Nachfolge bekannt. Es ist keine Überraschung, dass Aufsichsratchef Klaus Winkler den bis zum Ende 2026 befristeten Vorstandsvertrag des designierten Bechtle-Chefs Ebert nun vorzeitig bis Ende 2029 verlängert hat. "Wir sind mehr denn je überzeugt, dass Konstantin Ebert mit seiner langjährigen internationalen Erfahrung sowie umfassender Branchenexpertise als Nachfolger von Dr. Thomas Olemotz wichtige Impulse setzen und Bechtle erfolgreich in die Zukunft führen wird", sagt er.
Überraschend ist dagegen die Entscheidung, den bis Ende 2026 laufenden Vorstandsvertrag von Antje Leminsky nicht zu verlängern. Die 54-jährige Managerin stieß Anfang 2024 zu Bechtle und übernahm die Sparten Logistik & Service, Nachhaltigkeitsmanagement und Financial Services. Mit ihrem Eintritt vergrößerte Bechtle den Vorstand auf vier Köpfe. Leminsky, die 9 Jahre bei Grenke Leasing beschäftigt war und von 2018 bis 2021 das Unternehmen führte, ist die erste Frau auf dem Posten des 1983 gegründeten Systemhauses Bechtle.
Trotz der wachsenden Unternehmensgröße - Bechtle ist mit rund 110 Expansionen seit der Gründung und einem zu erwartenden Umsatz von 6,1 bis 6,5 Mrd. Euro in 2025 mit seinen über 16.000 Beschäftigten ein großer europäischer Player in der Systemhausbranche - kehrt Bechtle wieder zu drei Vorständen zurück. Zurück in die Zukunft, wenn man das so sagen darf: Zum Anfang der CEO-Ära Olemotz 2009, der 15 Jahre lang mit zwei Vorstandskollegen, Michael Guschlbauer und Jürgen Schäfer, ab 2023 dann mit dessen Nachfolger Konstantin Ebert, "für die erfolgreiche Entwicklung des IT-Unternehmens stand", wie Bechtle mitteilt.
Ebert und seine Kollegen Michael Guschlbauer (COO) und Christian Jehle (CFO) werden ab 2027 wieder ein Trio. Mit der Verschlankung wolle Bechtle "die Effizienz der Vorstandsarbeit und schnelle Entscheidungsprozesse vor dem Hintergrund eines von hoher Veränderungsgeschwindigkeit geprägten Markt- und Technologieumfelds" sichern, so die offizielle Begründung.
Mit Antje Leminsky habe sich der Aufsichtsrat "in bestem Einvernehmen verständigt", ihren auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. "Wir danken Antje Leminsky bereits jetzt für das für Bechtle Geleistete", so Winkler.
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