Agent Governance: Omada Identity kauft EmpowerID

Durch die Übernahme von EmpowerID sichert sich Omada Identity wertvolle Fähigkeiten im Bereich Runtime Agent Governance. Damit will der IGA-Spezialist weitreichende Kontrollmöglichkeiten für die mit seiner Plattform gemanagten menschlichen und agentenbasierten Identitäten realisieren.

Mit dem Zukauf von EmpowerID geht nun auch Omada Indentity den Schritt in Richtung einer umfassenden Identitäts- und Governance-Plattform, die KI-Agenten wie Menschen gleichermaßen einbindet (Foto: Omada)

Omada Identity übernimmt den Identity-Security-Anbieter EmpowerID. Mit der Akquisition reagiert der Hersteller auf den wachsenden Kontrollbedarf für die zunehmende Zahl an Agenten, die in Unternehmen in Maschinengeschwindigkeit selbstständig agieren und dabei auf verschiedenste Anwendungen und teils sensible Systeme und Daten zugreifen. Herkömmliche, auf menschliche Nutzer ausgerichtete, Identity-Governance- und Zugriffsmodelle sind oft nicht oder nur unzureichend auf diese Geschwindigkeit und neuen Anforderungen ausgelegt. Dadurch entsteht eine Lücke bei Transparenz, Berechtigungsprüfung und Kontrolle der KI-Agenten und ihres Handelns. "KI-Agenten agieren mit Maschinengeschwindigkeit. Sie erst im Nachhinein zu kontrollieren, reicht deshalb nicht aus", konstatiert Martin Kuppinger, Distinguished Analyst und Mitbegründer von KuppingerCole Analysts.

Hier kommen das Knowhow und der Technologien von EmpowerID rund um Governance und Echtzeitkontrolle von KI-Agenten ins Spiel, die Omada in seine Plattform und deren im Sommer vorgestellte Agent-Governance-Lösung integrieren will, um diese um zentrale Funktionen zur Runtime Agent Governance zu erweitern. Durch diese Kombination soll die Plattform künftig menschliche Nutzer, Anwendungen, Workloads und KI-Agenten über gemeinsame Lifecycle-, Zugriffs- und Zertifizierungsprozesse verwalten. Damit werden Governance, Autorisierung und Risikobewertung in einer einzigen Übersicht und Quelle zusammengeführt, die eine kontinuierlich aktualisierte Sicht auf Identitäten, Berechtigungen und Beziehungen über alle verbundenen Systeme hinweg bietet, verspricht der Hersteller. "Durch diese Übernahme können wir unseren Kunden nicht nur sagen, worauf ihre Agenten Zugriff haben, sondern sie in dem Moment stoppen, in dem sie die gesetzten Grenzen überschreiten", kündigt Omada-CEO Jakob H. Kraglund an. "Dies geschieht in Echtzeit, nicht erst im Nachhinein. Hier liegt der Unterschied darin, ob man KI-Agenten steuert oder sie lediglich überwacht."

"KI-Agenten agieren bereits jetzt in Unternehmenssystemen schneller, als die meisten Sicherheitsteams es nachverfolgen können." Jakob H. Kraglund, CEO, Omada (Foto: Omada)

KI-Agenten jederzeit unter Kontrolle

Dafür sind unter anderem eine Erkennung von Agenten und ihren verwendeten Identitäten und Werkzeugen, die Zuordnung von Verantwortlichkeiten sowie eine kontinuierliche Dokumentation von Freigaben, Entscheidungen und Prüfungen vorgesehen. Zugriffsentscheidungen sollen unmittelbar bei einer Anfrage getroffen werden und dabei aktuelle Risiko- und Governance-Informationen berücksichtigen. Überschreitet ein Agent dabei definierte Grenzen, kann sein Zugriff laut Omada in Echtzeit gestoppt werden. "Mit EmpowerID erweitert Omada sein IGA-Fundament um Autorisierung und Sicherheit für KI-Agenten", fasst Analyst Kuppinger zusammen. "Governance regelt damit nicht mehr nur, wer Zugriff haben darf, sondern auch, was Agenten tatsächlich tun dürfen, und zwar genau in dem Moment, in dem sie handeln."

Für Systemhäuser, Managed Security Service Provider und Identity-Spezialisten erweitert sich mit dieser Entwicklung und der damit einhergehenden Ausweitungen des IAM- und Governance-Spektrums das mögliche Beratungs- und Integrationsfeld. Neben klassischer Identity Governance and Administration (IGA) rücken die Erfassung agentenbasierter Identitäten, die Definition zulässiger Aktionen und Grenzen sowie die Einbindung von Laufzeitkontrollen in bestehende Sicherheitsarchitekturen in den Fokus.

"Wir haben EmpowerID aufgebaut, um Identität als eine einzige Plattform zu steuern, die jeden Menschen und jeden KI-Agenten verwaltet und in Echtzeit nachweist, was jeder von ihnen tun darf", erläutert Patrick Parker, CEO von EmpowerID. "Mit Omada bauen wir auf dieser Grundlage weiter auf und bringen sie zu Unternehmen in einem Umfang, den wir allein nicht erreichen könnten. " Parker wechselt mit der Übernahme zu Omada. Dort soll er als Chief Innovation Officer die Integration der Agent-Governance-Technologie von EmpowerID in die Plattform von Omada unterstützen und Innovation und Entwicklung vorantreiben.

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