500 Mio. US-Dollar ARR und rasantes Wachstum bei NinjaOne
US-Softwareanbieter NinjaOne wächst in allen Bereichen, in Deutschland hat der RMM-Anbieter mit 15 Prozent Verbreitung im Einsatz bei MSPs noch viel Luft nach oben. Wird NinjaOne tatsächlich zum "Standard für Unified-IT-Operations", wie Investoren meinen? Die könnten bei einem Börsengang eine Traumrendite erzielen.
Eine solche Erfolgsmeldung muss jedes Unternehmen natürlich ganz groß in die Öffentlichkeit tragen. Was läge für einen US-Softwarehersteller näher als eine Anzeige auf dem zylindrischen Nasdaq-Videoturm zu buchen, der im Herzen New Yorks am Times Square steht. Normalerweise ist das und viele Pressemitteilungen über Innovationen, gewonnene Projekte, Auszeichnungen oder Aufnahmen in Listen renommierter Wirtschafts- oder bekannter Fachmedien wie CRN ("The 20 Coolest Cloud Monitoring And Management Companies Of The 2026 Cloud 100"), die in kurzer Folge veröffentlicht werden, ein Indiz dafür, dass ein Börsengang kurz bevorsteht. Die Investoren von NinjaOne werden Mitbegründer und CEO Sal Sferlazza schon noch überzeugen, vielleicht nicht in diesem Jahr. Zu konkreten Plänen sagt der NinjaOne-Chef nichts.
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500 Mio. Dollar ARR -. Wachstum fast 70 Prozent
Mitte August letzten Jahres taxierten Investoren NinjaOne auf 5 Mrd. US-Dollar und stellten dem Softwarehersteller eine halbe Milliarde Dollar weitere Kapital für weiteres Wachstum zur Verfügung. Die Rechnung ging auf. Donnerstag vergangener Woche standen die vorläufigen Zahlen von NinjaOne für das vergangene Jahr fest. Die Firma meldete, die Marke beim regelmäßig wiederkehrenden Umsatz (ARR) von 500 Mio. Dollar geknackt zu haben.
Verbreitung in Deutschland (im Einsatz bei MSPs)
Die Nachfrage ging durch die Decke, fast 70 Prozent Wachstum begeisterte die beiden Hauptinvestoren. 35.000 Kunden in mehr als 140 Ländern zählt der Anbieter. Das deutsche Team von NinjaOne überzeugt immer mehr MSPs, auf die SaaS-Plattform des Unternehmens zu setzen. Die Verbreitung hierzulande hat sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Im Preisspiegel 2022 von Synaxon rangierte NinjaOne beim Einsatz von RMM mit knapp 7 Prozent auf Platz 4. 2025 (Umfrage aus 2024, 640 Systemhäuser/MSPs) lag der Anteil bei 15 Prozent.
Nur SaaS tätsächlich "Standard für Unified-IT-Operations"?
"Nur wenige Unternehmen führen ihr Geschäft mit derselben Konsistenz und Disziplin wie NinjaOne. Die kundenzentrierte Ausrichtung und die schnell aufeinanderfolgenden Innovationssprünge des Unternehmens fruchten in einer kollaborativen Kultur der Zusammenarbeit, die von einer außergewöhnlichen Führung geprägt ist und ein Umfeld schafft, in dem Beschäftigte glänzen können und Kunden erfolgreich sind", so Derek Zanutto, General Partner bei CapitalG, einer Tochtergesellschaft des Google-Konzerns Alphabet.
"Mit diesem Momentum ist 2026 prädestiniert, ein weiteres Rekord-Wachstumsjahr für NinjaOne zu werden", rechnet er mit einer Fortsetzung des Wachstumskurses. Ebenso Roy Luo, General Partner beim ebenfalls investierten Risikokapitalgeber ICONIQ. Er spricht von "visionäre Innovation" und "unermüdlichem Engagement für den Erfolg seiner Kunden". Dann folgt sein Satz, dem einige Wettbewerber massiv widersprechen würden: "NinjaOne trägt dazu bei, einen Standard für Unified-IT-Operations zu formulieren", sagt Luo.
NinjaOne-Chef Sal Sferlazza kann eine Reihe neuer Ergänzungen ins Feld führen, die auf zwei Grundsätzen basieren: möglichst Eigenentwicklungen (oder Lösungen akquirierter Unternehmen wie kürzlich Dropsuite) und keinem bzw. nur begrenzte Integration von Drittlösungen wie Microsoft Intune sowie ServiceNow sowie Einsatz als reine und ausschließlich native Cloud-Lösung.
Wahlmöglichkeiten bei deutschen UEM-Anbietern
Cloud nativ ist ein Grundprinzip von NinjaOne, die auf AWS gehostete Plattform können Kunden nicht auf eigener Infrastruktur einsetzen, wenn sie dies beispielsweise aus regulatorischen Gründen müssen oder geschäftsstrategischen Überlegungen (Digitale Souveränität) wollen. Hier sind Wettbewerber aus der deutschen, mittelständischen Softwarebranche im Vorteil. Barramundi aus Augsburg oder Aagon aus Soest beispielsweise.
Viele Systemhäuser beraten Kunden, die den Einsatz von IT-Management selber bewerkstelligen wollen und Anbieter wählen wollen, die einen On-prem-Einsatz ermöglichen und die idealerweise ihren Sitz in der EU haben. Solche Wahlmöglichkeiten zeigen ein IT-Berater auf. Letztlich entscheiden dann die Kunden, wie ihre IT-Architektur aussehen soll. Es geht um Vertrauen.
Um Vertrauen wirbt auch Sal Sferlazza. Er sieht in Cloud-nativen Lösungen, wenig verwunderlich, eigentlich nur Vorteile. "NinjaOne wurde mit einer einfachen Idee begründet: Der Kunde kommt zuerst, während wir uns darum kümmern, die Komplexität von IT-Software zu reduzieren. Altsysteme sind eine feste Größe in unserem Markt. Unsere moderne SaaS-Plattform mit einer nativ mehrmandantenfähigen Architektur versetzt uns in die Lage, Innovationen schnell einzuführen und so komplementäre, geschäftskritische Lösungen zu entwickeln, die miteinander und nicht gegeneinander arbeiten", sagt er.
Wachstum über 20 Prozent jährlich
Die komfortable Situation für alle Anbieter im Markt für Unified Endpoint Management (UEM): Es mag einen Trend zum Wechsel der Plattformen geben, aber von einer Verdrängung kann noch lange nicht die Rede sein. Marktanalysten schätzen das globale Volumen auf über 8 Mrd. US-Dollar in diesem Jahr und sagen ein jährliches Wachstum von rund 20 Prozent voraus bis über 2030 hinaus.
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