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Verborgenes Kundenzählen kommt im Laden an

09. Dezember 2019, 17:08 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Verborgenes Kundenzählen kommt im Laden an
© estherpoon - Fotolia

Im Internet werden Kundendaten akribisch gespeichert. Im stationären Handel überwiegt hingegen die Anonymität. Wie Geschäfte die Laufwege von Verbrauchern dennoch analysieren und was das mit den Mieten zu tun hat.

In der Weihnachtszeit schieben sich Massen von Menschen durch Kaufhäuser. Dass sie dabei vielerorts gezählt werden, ist den wenigsten Geschenkejägern bewusst. Dabei ist es gerade für Betreiber von Shopping-Centern oder großen Kaufhäusern entscheidend zu wissen, wie viele der Besucher tatsächlich auch Geld ausgeben. Mittels neuer Technologien ist es möglich zu erfassen, welche Abteilungen ein Kunde im Kaufhaus wie lange besucht. Sogar Mieten könnten sich künftig an Besuchszahlen orientieren. Die Entwicklung wird von der Verbraucherzentrale allerdings kritisch beobachtet.

Für den stationären Handel werde die Kundenfrequenz gerade durch die Online-Konkurrenz immer wichtiger, heißt es vom Handelsverband Deutschland. »Ohne entsprechende Besucherzahlen im Geschäft ist es sehr schwierig, ausreichend Umsatz zu generieren«, teilt Sprecher Stefan Hertel mit. Gerade in der Vorweihnachtszeit zögen viele Menschen ohne konkrete Geschenkidee los und ließen sich in der Innenstadt inspirieren. »Profitieren können davon logischerweise nur die Läden, die auch viele Besucher anziehen«, so Hertel.

Frequenzmessung habe auch für den Mietmarkt Potenzial, sagt Marco Atzberger, Mitglied der Geschäftsführung im Kölner Handelsforschungsinstitut EHI. Während derzeit Mieten häufig am Umsatz bemessen werden, werde in der Branche diskutiert, ob nicht die Anzahl der Besucher die »fairere Währung« ist. Denn immer häufiger bieten Geschäfte einen Lieferservice von gekauften Produkten an - der direkte Umsatz im Laden bleibt dann aus.

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1. Verborgenes Kundenzählen kommt im Laden an
2. Erfassung per WLAN und Kamera
3. Datenschutzbedenken

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dpa