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Videoüberwachung und WLAN-Router

Verborgenes Kundenzählen kommt im Laden an

09. Dezember 2019, 17:08 Uhr   |  dpa


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Erfassung per WLAN und Kamera

Die Zahl der Besucher kann auf unterschiedliche Wege erfasst werden. Neben Zählen von Kassenbons oder Abschätzen, wie viele Menschen im Laden sind, werde seit etwa 20 Jahren auch mittels Infrarot-Schranke gezählt, wie viele Menschen ein Geschäft betreten, erklärt Erik Maier. Der Professor für Handelsmanagement an der Leipziger Handelshochschule (HHL) geht davon aus, dass alle größeren Einkaufszentren in Deutschland die Besucherströme messen. Gerade größere Unternehmen greifen dabei auf neue Technologien zurück.

So erfasst ein WLAN-Router etwa, wie viele Smartphones mit angeschaltetem WLAN versuchen, sich zu verbinden. Der Router erfasst die sogenannte Media-Access-Controll-Adresse, eine Nummer, keinen Namen oder andere persönliche Daten. Dennoch könnten mit ausreichend Routern Bewegungsprofile der Kunden erstellt werden, sagt Maier. Gewisse Unschärfen bestünden bei der Zählung über die WLAN-Plattform, da nicht jeder Besucher ein Smartphone in der Tasche habe, teilt eine Sprecherin des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus (»Pÿur«) mit. Relative Veränderungen, etwa wie viel mehr oder weniger Besucher eine Veranstaltung im Vergleich zum Vorjahr besuchten, könnten aber valide dargestellt werden.

Die kamerabasierte Kundenerkennung geht noch einen Schritt weiter als die WLAN-Methode: Videokameras zählen potenzielle Kunden und erkennen Geschlecht oder ungefähres Alter. »Das ist aber in deutschen Kaufhäusern verhältnismäßig unüblich«, sagt Experte Maier. Denn der Händler bewege sich damit immer mehr im Grenzbereich dessen, was mit Datenschutz-Vorgaben vereinbar sei. Fraglich sei etwa, ob solche Aufnahmen gespeichert werden dürfen, oder ob Gesichter verpixelt und damit unkenntlich gemacht werden müssen.

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2. Erfassung per WLAN und Kamera
3. Datenschutzbedenken

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dpa