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Unternehmen nachlässig bei Datenlöschung von Altgeräten

28. Februar 2020, 06:46 Uhr   |  Daniel Dubsky

Unternehmen nachlässig bei Datenlöschung von Altgeräten
© ThamKC - AdobeStock

Viele Firmen setzen ihre Richtlinien, wie und durch wen die Daten von alten Geräten zu löschen sind, nicht richtig durch. Oft überlässt man es einfach den ausscheidenden Mitarbeitern, sich darum zu kümmern, oder die Geräte stehen vor dem Löschvorgang noch Wochen oder Monate herum.

Die Bedeutung einer zuverlässigen Datenlöschung von alten Geräten dürfte den meisten Unternehmen bekannt sein. Darauf deutet zumindest hin, dass in einer Studie der Blancco Technology Group stattliche 98 Prozent der befragten deutschen Firmen angab, über entsprechende Richtlinien zu verfügen. Das Problem: 49 Prozent haben diese nicht unternehmensweit kommuniziert und weitere sechs Prozent halten sie für nicht abschließend ausgearbeitet. Und so birgt denn das tatsächliche Vorgehen, wenn es darum geht, alte Rechner, Mobilgeräte und Datenträger zu bereinigen, oft ein hohes Risiko für Datenschutzverletzungen.

Laut der Blancco-Studie sind 14 Prozent der Mitarbeiter selbst dafür verantwortlich, beim Ausscheiden aus dem Unternehmen ihre digitalen Assets zu löschen. Bei weiteren 22 Prozent obliegt diese Verantwortung ihren direkten Vorgesetzten. Hier besteht, vor allem wenn weder Mitarbeiter noch Chefs über die Richtlinien und Verfahren zur Datenlöschung informiert wurden, eine erhebliche Gefahr, dass vertrauliche Daten nicht richtig vernichtet werden und dann womöglich in falsche Hände geraten. Und selbst wenn ausscheidende Mitarbeiter die Vorgaben und Verfahren kennen, bleibt fraglich, wie sorgfältig sie diese noch umsetzen, wo sie doch schon weitgehend mit ihrer Arbeit für das Unternehmen abgeschlossen haben dürften.

Ein weiteres Problem ist zudem, dass die Datenlöschung bei 89 Prozent der deutschen Firmen nicht unmittelbar nach Außerdienststellung von Geräten erfolgt. Etwas mehr als zwei Drittel brauchen dafür länger als einen Monat, knapp ein Viertel sogar über drei Monate – das ist länger als in allen anderen Ländern, in denen die Umfrage durchgeführt wurde. Es besteht die Gefahr, dass die in Lagerräumen, die oft schlecht gesichert sind, herumstehenden Geräte verloren gehen oder gestohlen werden.

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