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Mobilfunknetzausbau

Sorgenkind Telefónica

13. Januar 2020, 11:27 Uhr   |  Larissa Schwedes, dpa

Sorgenkind Telefónica

Die Vorgaben des Bundes an die drei großen Netzbetreiber waren eindeutig: Bis Ende des Jahres 2019 sollten 98 Prozent der deutschen Haushalte mit einer Download-Geschwindigkeit von mindestens 50 MBit pro Sekunde versorgt sein. Telefónica hinkt dem jedoch noch weit hinterher. Woran liegt es?

Ob beim Pendeln im Zug oder in kleineren Dörfern auf dem Land: Vielerorts in Deutschland können Handynutzer nur davon träumen, stabil im Internet zu surfen. Mit Beginn des Jahres 2020 ist für die drei großen Betreiber der Mobilfunknetze der Zeitpunkt der Wahrheit gekommen: Erfüllen sie die Auflagen, zu denen sie sich bei der Versteigerung der 4G-Frequenzen vor einigen Jahren verpflichtet haben? Für Vodafone und die Deutsche Telekom lässt sich das weitgehend bejahen, doch der dritte deutsche Netzbetreiber, Telefónica, hinkt hinterher.

Damit die Schere zwischen Metropolen mit Top-Netzqualität und Dörfern, in denen man froh ist, überhaupt Empfang zu haben, nicht weiter wächst, lauten die Vorgaben des Bundes: Bis Ende des Jahres 2019 sollten 98 Prozent der deutschen Haushalte mit einer Download-Geschwindigkeit von mindestens 50 MBit pro Sekunde versorgt sein. Die drei großen Netzbetreiber mussten der Bundesnetzagentur zu Jahresbeginn melden, wie viel Prozent der deutschen Haushalte sie mit dem schnellen LTE-Standard versorgen können. Bundesweit melden die Telekom und Vodafone jeweils mehr als 98 Prozent der Haushalte, Telefónica (O2) hingegen nur gut 84 Prozent, wie die Behörde am Freitag bekanntgab.

Sorgenkind Telefónica beteuerte, die Lücken bis Ende des Jahres zu schließen. Für den Verzug macht das Unternehmen vor allem den Zusammenschluss des eigenen O2-Netzes mit E-Plus verantwortlich. Bei dieser »Operation am offenen Herzen« habe man sich zunächst darauf konzentriert, die Netzqualität der Kunden zu steigern, und hätte den LTE-Ausbau parallel stemmen müssen, sagte eine Sprecherin.

Die Unternehmen hatten sich bei der Ersteigerung ihrer 4G-Frequenzen verpflichtet, bis zum genannten Stichtag in jedem Bundesland 97 Prozent der Haushalte mit dem schnellen Internet zu versorgen. Damit sollte verhindert werden, dass gut abgedeckte Stadtstaaten gegen weniger dicht besiedelte Bundesländer mit großen Funklöchern aufgerechnet werden.

An dieser Vorgabe haperte es besonders - weil etwa Baugenehmigungen fehlten oder Umweltschutzbedenken den Bau verhinderten, wie die Unternehmen erklärten. Auch Telekom und Vodafone schafften es nicht vollständig, sie zu erfüllen - Vodafone lag wie auch die Telekom in Rheinland-Pfalz leicht darunter, der Bonner Konzern zudem in Baden-Württemberg und dem Saarland. Man werde diese ans Ausland angrenzenden Bereiche nun aber deutlich und kurzfristig verbessern können, sagte ein Telekom-Sprecher. Auch Vodafone will die letzten Lücken in den nächsten paar Monaten schließen.

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