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Langzeit-Archivierung in der Wissenschaft

So werden Daten richtig archiviert

21. Juni 2011, 11:44 Uhr   |  

So werden Daten richtig archiviert

Digital gespeichertes Wissen birgt hohe Verlustrisiken. Viele Medien halten kaum länger als zehn Jahre. Eine Reihe von Institutionen versucht, das Problem in den Griff zu bekommen. Daraus ergeben sich auch Tipps für die persönliche Archivierung.

Ein großer Teil des Wissens der Menschheit ist heute digital gespeichert – und droht unwiederbringlich verloren zu gehen. Sind die Daten auf CD gespeichert, greifen chemische oder physikalische Einflüsse das Trägermaterial an. Nach 25, vielleicht 80 Jahren, sind sie unlesbar.

Das gilt selbst bei optimalen Lagerbedingungen – wie das Deutsche Musikarchiv erfahren musste. Dort sind bereits 200 Musik-CDs, die zwischen 1983 und 1986 zur Archivierung eingegangen sind, unbrauchbar – nach knapp 25 Jahren zerstört durch aggressive Lacke des Labelaufdruckes.

Selbst gebrannte CDs und DVDs schaffen oft nur fünf bis zehn Jahre. Das US-Nationalarchiv warnt gar in seiner FAQ, CDs und DVDs könnten bereits nach zwei bis fünf Jahren nicht mehr lesbar sein. Bänder verlieren ihre Magnetisierung nach zirka 20 bis 30 Jahren. Und wie lange Festplatten halten, hängt extrem von ihren Einsatzbedingungen ab. Sicher ist: Bei keinem digitalen Speichermedium ist garantiert, dass es nach mehr als zehn Jahren noch gelesen werden kann.

Sind .DOC-Dateien in 10 Jahren noch lesbar?

Doch nicht nur die Haltbarkeit des Mediums ist ein Problem. Printprodukte unterliegen nur dem zeitlich bedingten Materialverfall. Bei digitalen Dokumenten kommt auch der technologische Fortschritt hinzu.

Ein Aspekt ist die Formatfrage. Wer kann heute sicherstellen, dass es Formate wie .DOC oder .XLS in zehn oder zwanzig Jahren noch gibt? Irgendwann verschwindet jedes Format oder wird gravierend geändert. Dann sind ältere Dokumente wegen fehlender Kompatibilität nicht mehr nutzbar.

Und es gibt noch ein drittes Problem: Im Gegensatz zu Printprodukten können elektronisch gespeicherte Informationen ohne geeignetes Lesegerät überhaupt nicht dargestellt werden. Aktuelle Rechner haben kein Diskettenlaufwerk mehr.

Schon heute ist es schwierig, eine in den achtziger Jahren auf 3½-Zoll oder gar 5¼-Zoll-Disketten gespeicherte Diplomarbeit zu lesen. In zehn Jahren gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit keine CD-und DVD-Laufwerke mehr.

Dass die Lesegeräte über viele Jahre hinweg verfügbar sind, garantiert niemand. Das musste schon die NASA in den 90er Jahren leidvoll erfahren, als sie auf Daten der Saturnmission der Raumsonde Pioneer nicht mehr zugreifen konnte. Trotz redundanter Speicherung auf verschiedenen Datenträgertypen waren keine entsprechenden Lesegeräte mehr vorhanden.

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