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Also Holding legt Jahresbilanz 2018 vor

»Schreiben Sie, wir haben in die Zukunft investiert«

27. Februar 2019, 15:12 Uhr   |  Martin Fryba

»Schreiben Sie, wir haben in die Zukunft investiert«
© CRN

»Die Firma hat überperformt, die Mannschaft hat einen guten Job gemacht«, lobt Also-CEO Möller-Hergt die Belegschaft.

Auch einem Gewinnrückgang kann Also-CEO Gustavo Möller-Hergt etwas Positives abgewinnen. Er sieht keine Strategieabkehr, den Broadliner zu einem IT-Full-Service-Provider für den Channel auszubauen, im Gegenteil: Zukunftssicherung eines Broadliners, der auf die cloudifizierte ITK-Welt der flexiblen IT-Bereitstellung reagiert.

Er sei »ein Weltmeister« darin, »das Positive hinzuzufügen und das Negative wegzutragen«, sagte einmal Systemhaus-Gründer Heribert Fritz im CRN-Interview, als er vom Überlebenskampf der damaligen Fritz & Macziol (der heutigen Axians) berichtete. Einen solchen Kampf muss ein anderes Unternehmen aus der IT-Branche, der Broadliner Also, freilich nicht führen. Der Nettogewinn 2018 beträgt schließlich 81,2 Millionen Euro, aber: Der Konzernüberschuss ist zum Vorjahr um mehr als zwölf Prozent von zuvor 92,5 Millionen Euro gesunken.

Was schwarz auf weiß im Geschäftsbericht nicht zu leugnen ist, kann man vor Journalisten relativieren und ins Positive zu wenden versuchen. Und darin steht Also-CEO Gustavo Möller-Hergt der Weltmeisterschaft eines Heribert Fritz in nichts nach. »Schreiben Sie, wir haben in die Zukunft investiert«, entgegnet der Also-Chef auf Nachfrage – gewohnt humorvoll, gewiss, aber nicht ohne ein gewisses Kalkül. Sinkende Kennzahlen stellt Möller-Hergt nur dann in den Vordergrund, wenn es sich um Kosten handelt. Für Personal zum Beispiel.

Zunächst aber kosten Entlassungen Geld. 335 Mitarbeiter sind 2018 bei Also ausgeschieden, durch Übernahmen sind wiederrum 193 Angestellte neu hinzugekommen. In Summe sank 2018 die Zahl der Mitarbeiter im Konzern auf 3.728 Angestellte, dazu zählen auch Entlassungen durch die letztes Jahr eingeleitete Umstrukturierung, für die der Konzern 8,8 Millionen Euro zurückstellen musste. Sie drückten den Konzerngewinn ebenso wie Währungseffekte von 0,9 Millionen Euro. Rechnet man diese Einmaleffekte sowie Abschreibungen heraus, habe Also das Ebitda gegenüber 2017 um sechs Prozent auf 162,4 Millionen Euro gesteigert.

»Die Firma hat überperformt, die Mannschaft hat einen guten Job gemacht«, lobt Möller-Hergt und liefert auch die Begründung, warum der Personaleinschnitt nichts mit reiner Kostensenkungsmaßnahme zu tun habe: »Die Strukturoptimierung ist keine Opex-Reaktion, sondern der technologisch getriebenen Veränderung unseres Marktes geschuldet«.

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1. »Schreiben Sie, wir haben in die Zukunft investiert«
2. »Highpotential«
3. Der Kopf hinter Also Cloud Marketplace

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