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Interview mit Mike Finckh von Concept International

»Künstliche Intelligenz ist im Digital-Signage-Bereich stark im Kommen«

17. September 2019, 11:28 Uhr   |  Stephanie Jarnig

»Künstliche Intelligenz ist im Digital-Signage-Bereich stark im Kommen«
© Concept International

Mike Finckh, Gründer und Geschäftsführer von Concept International

Produktorientierte Werbung war gestern. Heute sind es die Bedürfnisse und Erfahrungen der Kunden, die im Fokus der Werbetreibenden stehen. Im Interview erklärt Mike Finckh von Concept International, wie Künstliche Intelligenz im Digital-Singage-Bereich helfen kann, Kunden gezielt zu adressieren.

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CRN: Herr Finckh, Künstliche Intelligenz (KI) ist zweifelsohne ein Trendthema. Entsprechend schreiben sich zahlreiche Hersteller und Anbieter »KI« auf die Fahne. Ab welchem Punkt kann man bei Digital Signage von einer wirklichen KI sprechen?

Mike Finckh: Grundsätzlich wird bei dem Trendthema KI ja zwischen Bots und wirklich »intelligenter« Software unterschieden. Bots sind feste Wenn-Dann-Programmierungen, bei ihnen folgt auf ein Ereignis X ein definiertes Ereignis Y. Einer 30-jährigen Mutter mit Kleinkind, die eine Bank betritt, wird beispielsweise auf einem Signage-Display eine andere Werbung ausgespielt als einem 60-jährigen Ehepaar, das dieselbe Bank betritt. Künstliche Intelligenz dagegen arbeitet ergebnisoffener, mit Handlungsvarianzen. Zwar werden auch viele Sensorenwerte einbezogen, miteinander verknüpft und Korrelationen berechnet, allerdings wird zusätzlich mit verschiedenen Ausgangssignalen »gespielt« und dann mit den Ergebnissen wieder abgeglichen. Das Lernen im KI-Kontext entspricht dabei eher dem Ausprobieren eines Kindes, das auf unterschiedlichen Wegen versucht, einen Kletterturm zu erklimmen. So kann das Ergebnis sehr unterschiedlich, manchmal unerwartet sein.

Am Beispiel der 30-jährigen Mutter mit Kleinkind: Sie bekommt an verschiedenen Tagen durchaus unterschiedliche Werbeanzeigen oder Informationen ausgespielt. Die Software liest dann Variablen wie Körperhaltung, Gesichtsausdruck, Kopfbewegung, Blickrichtung und Verweildauer ab, um so Korrelationen selbstständig zu finden und in künftigen Ausspielungen zu berücksichtigen. Heutige Digital-Signage-Software-Lösungen nutzen bis zu 20 erkannte Merkmale einer Person für die Berechnung des Ausspielinhalts.

Künstliche Intelligenz ist außerdem mit Maschinellem Lernen eng verknüpft. Dazu muss man wissen, dass wir im Fall von KI im Digital-Signage-Bereich von großen Netzwerken sprechen, nicht nur von zwei oder drei Stores. Es werden also Videosequenzen von vielen Tausend Ausspielpunkten ausgewertet. Diese Auswertungen werden für die Berechnungen zukünftiger Ergebnisse herangezogen. So lernt die KI aus dem Pool von Signage-Inhalten ständig dazu. Umso größer die Netzwerke sind, desto besser, genauer und schneller kann die Software Zusammenhänge und Korrelationen lernen. Dabei fallen allerdings unglaublich viele Daten an, Schlagwort »Big Data«.

CRN: Was sind also die entscheidenden Voraussetzungen, damit KI im Signage-Bereich erfolgreich eingesetzt werden kann?

Finckh: Künstliche Intelligenz ist im Digital-Signage-Bereich stark im Kommen, genauso wie in vielen anderen Branchen. Einer unserer Partner nutzt Künstliche Intelligenz auf Basis unserer Hardware sehr erfolgreich im Bankenbereich.
Die Software erfasst Personen mithilfe von hochauflösenden Kameras, wertet die Bewegungsdaten in Echtzeit aus und filtert optische Muster heraus. Innerhalb von Sekundenbruchteilen entscheidet die Software, welcher Signage-Inhalt ausgespielt wird. Für KI im Signage-Bereich ist es also wichtig, dass performante und hochverfügbare Hardware zur Verfügung steht. Ohne Hochleistungs-CPUs und -Grafikchips würde das nicht funktionieren.

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2. Thema Datenschutz
3. Vom ersten »Touchpoint« an individualisiert und zugeschnitten

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