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Network Functions Virtualization

Konkurrenz fürs traditionelle Netzwerk

15. März 2018, 10:45 Uhr   |  Ulrike Garlet

Konkurrenz fürs traditionelle Netzwerk
© Egor/Fotolia

Virtualisierung kommt auch im Netzwerk an

Die Virtualisierung einzelner Netzwerkkomponenten – auf Englisch Network Functions Virtualization oder NFV – hat das Zeug, grundlegende Probleme im Netzwerk zu lösen. Es macht Service-Provider und Unternehmen flexibler bei der Einführung neuer Dienste und hilft dabei, Kosten zu sparen.

Wenn es um Virtualisierung geht, hinkt das Netzwerk dem Datacenter hinterher. Während im Server- und Storage-Umfeld virtualisierte Systeme längst Standard sind, hat sich die Art und Weise, wie Netzwerke gemanagt werden, in den vergangenen Jahrzehnten kaum geändert. Für jede Anpassung ist bisher meist ein manueller Eingriff notwendig. Traditionelle Netzwerke sind den modernen Anforderungen an IT-Infrastrukturen damit oft nicht mehr gewachsen, weil sie zu starr sind.

Langsam aber sicher kommt die Virtualisierung nun aber auch im Netzwerk an. Neben Software-defined Networking (SDN) ist es mit Network Functions Virtualization (NFV) vor allem die Virtualisierung einzelner Netzwerkfunktionen, die den Markt aktuell treibt. »NFV ist noch am Anfang, es kommt jetzt aber langsam in Schwung« hat Ahmad Cheikh-Moussa, Senior Consultant bei Axians Networks & Solutions, festgestellt. »In den letzten zwölf Monaten haben wir bedeutende Fortschritte bei der Network Functions Virtualization gesehen. Nach den Proof of Concepts der letzten Jahre nutzen Netzbetreiber jetzt NFV im Betrieb«, bestätigt auch Timo Jokiaho, Leiter Telco Technology Office von Red Hat EMEA. »Network Function Virtualization ist aktuell das Thema überhaupt im Bereich Weitverkehrsnetzwerke und in nahezu jedem Projekt kommen Teile von NFV zum Einsatz«, so auch Felix Massoth, Product & QA Manager Network Services beim IT-Dienstleister NTT Communications.

Um einzelne Netzwerkfunktionen wie Router, Firewalls oder WAN Accelerator abzubilden, brauchen Unternehmen bislang spezifische, oftmals teure Hardware. Dass für jede Komponente ein eigenes Gerät erforderlich ist, sorgt nicht nur für hohe Anschaffungs- und Wartungskosten, sondern treibt auch den Stromverbrauch und den Platzbedarf im Datacenter in die Höhe. Möchte ein Unternehmen neue Anwendungen hinzufügen, muss es zudem jedes Mal neue Geräte in sein Netzwerk integrieren, was zeitaufwändig und teuer ist.

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1. Konkurrenz fürs traditionelle Netzwerk
2. Neues Paradigma im Netzwerk
3. Vielfältige Einsatzmöglichkeiten
4. Service-Provider treiben den Markt
5. Gefahr für die Hersteller?
6. Lukratives Geschäft für Systemhäuser

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