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Jahresausblick nach unten korrigiert

Huawei-Bann kostet Broadcom 2 Milliarden Dollar

14. Juni 2019, 14:09 Uhr   |  Daniel Dubsky

Huawei-Bann kostet Broadcom 2 Milliarden Dollar
© Broadcom

Der Chiphersteller Broadcom hat seine Umsatzprognose für das aktuelle Geschäftsjahr um zwei Milliarden Dollar nach unten korrigiert – wegen »geopolitischer Unsicherheiten« und »Exportbeschränkungen für einen unserer größten Kunden«.

Der Huawei-Bann der USA trifft nicht nur den chinesischen TK-Ausrüster und Smartphone-Hersteller, sondern auch die US-Wirtschaft. Wie sehr, lässt sich nur schwer abschätzen, aber mit Broadcom hat nun zumindest ein erstes großes Unternehmen beziffert, mit welchen Einbußen es rechnet. Gestern veröffentlichte der Chiphersteller die Zahlen für sein zweites Geschäftsquartal 2019 und lieferte mit diesen auch eine korrigierte Prognose für das Gesamtjahr – die deutlich niedriger ausfällt als noch vor drei Monaten. Damals ging Broadcom noch von einem Jahresumsatz von 24,5 Milliarden Dollar aus, jetzt rechnet man nur noch mit 22,5 Milliarden. Das wäre sogar weniger als im vergangenen Geschäftsjahr, obwohl die beiden ersten Quartale des neuen Geschäftsjahres gar nicht schlecht liefen und Umsatzzuwächse verzeichnet werden konnten.

»Wir sehen derzeit ein breit angelegtes Nachlassen der Nachfrage, von dem wir glauben, dass es auf fortgesetzte geopolitische Unsicherheiten und die Effekte der Exportbeschränkungen für einen unserer größten Kunden zurückzuführen ist«, erklärte Broadcom-CEO Hock Tan.

Bereits im jetzt abgeschlossenen zweiten Quartal spürte Broadcom die Auswirkungen der US-Sanktionen gegen Huawei. Zwar konnte der Umsatz um zehn Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar gesteigert werden, doch im wichtigsten Segment, dem Halbleitergeschäft, war bereits ein Rückgang von 10 Prozent auf 4 Milliarden Dollar zu verzeichnen. Den konnten allerdings immense Zuwächse im Geschäft mit Infrastruktursoftware kompensieren – die allerdings nur deshalb zustande kamen, weil man zwischenzeitlich den Software-Riesen CA Technologies übernahm. Ohne diesen hätte man bereits jetzt einen Umsatzrückgang ausweisen müssen.

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