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Storage-Markt im Wandel

Hardware allein reicht nicht

08. Juni 2020, 13:32 Uhr   |  Daniel Dubsky | Kommentar(e)

Hardware allein reicht nicht
© jackykids - AdobeStock

Der Storage-Bedarf in Unternehmen wächst, doch sinkende Margen im Hardware-Geschäft und Speicherdienste aus der Cloud machen es erforderlich, dass sich Systemhäuser weiterentwickeln. Sie müssen sich für komplexere Angebote aufstellen und stärker auf Beratung und Services setzen.

Zunehmend digitalisierte Geschäftsprozesse und unzählige neue Datenlieferanten in Form von Sensoren, vernetzten Maschinen und Anlagen sowie Smart Devices lassen die Datenberge in vielen Unternehmen schnell wachsen. Eigentlich sollten das glänzende Aussichten für die Verkäufer von Storage-Systemen sein, doch so einfach ist es nicht. Die sinkenden Preise für Festplatten und Flash-Medien sorgen für schrumpfende Margen im Geräteverkauf, zudem ändern sich die Anforderungen von Kunden an ihre Systemhauspartner, von denen sie meist deutlich mehr erwarten, als einfach nur ein Speichersystem hingestellt und eingerichtet zu bekommen.

»Es reicht heute nicht mehr, Experte im Konfigurieren, Warten und Optimieren eines Storage-Systems zu sein«, sagt Till Stimberg, Leiter der Hybrid IT Category bei HPE in der DACH-Region. »Partner müssen sich vielmehr mit dem gesamten Lösungsstack auseinandersetzen und ihre Kunden ganzheitlich beraten können – über den reinen Storage hinaus hin zu integrierten Lösungen bis in die Applikation. Das ist insbesondere für rein Storage-fokussierte Partner eine Herausforderung.«

Wie notwendig die Emanzipation vom Hardware-Verkauf ist, verdeutlichen die Zahlen von Marktforschern. IDC zufolge schrumpfte der Storage-Markt in der EMEA-Region im vierten Quartal 2019 um 5,4 Prozent auf 2,37 Milliarden Dollar, für das Gesamtjahr lag das Minus bei 2 Prozent. Besonders groß war der Einbruch mit fast 9 Prozent in Westeuropa – wobei hier zugegebenermaßen das überraschend gut gelaufene Jahr 2018 als Vergleichszeitraum herhält. Alle großen Anbieter mussten daher Einbußen hinnehmen, lediglich kleinere Hersteller konnten Zugewinne verzeichnen. Marktführer bleibt Dell mit einem Marktanteil von 26,87 Prozent, gefolgt von HPE mit 13,38 Prozent, dem NetApp allerdings wieder näher rückt (13,32 Prozent). Komplettiert werden die Top-5 von IBM (12,26 Prozent) und Hitachi (6,72 Prozent).

Global betrachtet hat Huawei mittlerweile Hitachi aus den Top-5 verdrängt. Der chinesische Hersteller konnte dem zuletzt meist stagnierenden oder schrumpfenden Markt trotzen, ebenso wie beispielsweise Pure Storage. Ausgeliefert wurden im vierten Quartal 2019 weltweit Speichersysteme mit einer Gesamtkapazität von 21,2 Exabyte – ein Plus von fast 10 Prozent und deutlicher Ausweis des wachsenden Storage-Bedarfs in Unternehmen, angesichts der Umsatzrückgänge im Markt aber auch Beleg für die sinkenden Hardware-Preise.

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1. Hardware allein reicht nicht
2. Der Flash-Boom hält an
3. Die Cloud als Chance
4. Ohne Beratung geht es nicht
5. Corona verändert Prioritäten

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