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Unternehmen investieren in ihr Netzwerk

Distributoren registrieren steigende Enterprise-Nachfrage

27. April 2020, 09:04 Uhr   |  Michaela Wurm | Kommentar(e)

Distributoren registrieren steigende Enterprise-Nachfrage
© natanaelginting - Fotolia

Die Coronakrise wirkt sich jetzt auch auf den Enterprise-Markt aus: Nachdem zu Beginn die Nachfrage nach PCs und Home-Office-Produkten stieg, investieren Unternehmen jetzt ins Netzwerk. Bei den Distributoren wächst die Nachfrage nach Kollaborationsprodukten, aber auch Security-Lösungen und Software.

Der Enterprise-Markt hat langsamer auf die Coronavirus-Krise reagiert als der PC- und AV-Systeme-Markt. Bereits im Februar hatten die Wiederverkäufer in Erwartung einer Lieferunterbrechung Produkte auf Lager gelegt. Aber erst seit Mitte März, genauer seit der 12. Kalenderwoche, registrieren die Marktforscher von Context auch Auswirkungen auf das Enterprise-Geschäft im IT-Vertriebskanal Westeuropa (WE).

Wie von den Analysten erwartet entwickelt sich das Segment »UC und Kollaboration«, zu dem Produkte für Geschäftskommunikation und Zusammenarbeit wie VOIP-Systeme, Headsets und Kameras gehören, gut, was durch die wachsende Zahl von Heimarbeitern noch verstärkt wird. Sie gehen davon aus, dass sich dieser Trend bis in den April hinein fortsetzt.

Die Kategorien Netzwerkmanagement und Sicherheit, wozu Context VPNs, Gateways und Firewalls zählt, sind ebenfalls im Kommen, da Unternehmen ihre Netzwerkinfrastruktur aktualisieren, um ihren Mitarbeitern das Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen. Dies gilt insbesondere für KMU, von denen viele zuvor nicht über die dafür nötige Infrastruktur verfügten. Die Veränderung ist laut Context umso bemerkenswerter, als sich dieses Marktsegment während des gesamten Jahres 2019 und bis in den Januar 2020 hinein in einem konstanten Rückgang befand.
 

Die 30 meistverkauften Produkte in der deutschen Distribution in der 12. Kalenderwoche 2020
© Context

Die 30 meistverkauften Produkte in der deutschen Distribution: Seit der 12. Kalenderwoche steigt die Nachfrage nach Netzwerkprodukten

Die aktuelle Situation erweise sich auch für das Segment Unternehmenssoftware als positiv, wobei Virtualisierung und Sicherheitssoftware davon profitierten, erläutert Gurvan Meyer, Business Enterprise Analyst bei Context: »Der Bedarf an mehr Lizenzen für Endgerätesicherheit, Netzwerksicherheitslizenzen und virtuelle Maschinen treibt die Verkäufe in diesen Kategorien in die Höhe«.

Als Kehrseite der Medaille registriert Context eine verringerte Nachfrage nach IT-Infrastruktur, weil sich der Lockdown zunehmend auf die Verkäufe auswirke. Die Verkäufe von Servern und Netzwerk-Switches zeigten in Woche 12 deutlichere Anzeichen eines Rückgangs. Ob sich dieser zu einem echten Trend entwickle, werde sich in den nächsten Wochen bestätigen. Zum Quartalsende könnten ein paar Deals den Verlust durchaus wieder ausgleichen.

Nichtsdestotrotz führen die Geschäftsschließungen zu einer deutlichen Unterbrechung der Infrastrukturinvestitionen. So können beispielsweise Wiederverkäufer in Südeuropa ihre traditionellen Kunden nicht erreichen. Diese würden ihr Geschäft schließen oder bestenfalls ihre Ressourcen auf die Bewältigung der Krise konzentrieren, anstatt in die IT-Infrastruktur zu investieren. Einen ähnlichen Nachfragerückgang zeigen die Context-Zahlen bei drahtloser Infrastruktur, nachdem Büros leer stehen und die Installation von drahtlosen Zugangspunktnetzen verzögert oder abgebrochen wird.
 

Die 30 meistverkauften Produkte in der deutschen Distribution in der 14. Kalenderwoche 2020
© Context

Die 30 meistverkauften Produkte in der deutschen Distribution in der 14. Kalenderwoche 2020

»Mit Blick auf die Zukunft sollten Software- und Kollaborationsprodukte weiterhin florieren, und die Unternehmen werden wahrscheinlich auch mehr Netzwerkausrüstung benötigen, um die Heimarbeit zu ermöglichen und zu optimieren«, prognostiziert Meyer. »Umgekehrt besteht die Sorge, dass sich die Nachfrage im Infrastruktursegment weiter verlangsamen wird, da die Einschränkungsregeln auf dem derzeitigen Niveau bleiben.«

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