Schwerpunkte

Veeam nach dem Besitzerwechsel

»Die Produktentwicklung bleibt in Europa«

18. März 2020, 13:27 Uhr   |  Daniel Dubsky

»Die Produktentwicklung bleibt in Europa«
© CRN

Thomas Sandner, Regional Technical Director Central EMEA bei Veeam, und Gerald Hofmann, Vice President Central EMEA

Auch wenn sich der Fokus von Veeam nach dem Besitzerwechsel auf die USA richtet, soll sich für europäische Kunden und Partner nichts ändern. Es gehe vor allem darum, im Rest der Welt so erfolgreiche Strukturen aufzubauen, wie man sie in Europa habe, beruhigt der Hersteller.

Anfang März schloss Insight Partners die etwa 5 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Veeam ab. Der Backup-Spezialist wird seinen Firmensitz in die USA verlagern und dort ein neues Top-Management um William Largent aufbauen, der vom Executive Vice President for Operations zum CEO aufgestiegen ist. Für die europäischen Kunden und Partner soll sich allerdings trotz dieser Umstellungen kaum etwas ändern, schließlich ist Veeam in der EMEA-Region die Nummer eins im Backup-Business und will diesen Status nicht gefährden. Es gehe vielmehr darum, im Rest der Welt ähnlich erfolgreich wie in Europa zu werden, erklärt Gerald Hofmann, Vice President Central EMEA, und sagt: »Ich finde die Übernahme gut. Sie hilft uns, unser Business dort zu beschleunigen, wo wir noch nicht so erfolgreich sind.«

Zunächst richtet sich der Fokus von Veeam damit auf die USA, wo der Hersteller vom starken Netzwerk seines neuen Besitzers profitieren will; später sollen auch die Bemühungen in anderen Regionen wie Asien intensiviert werden. Dass darüber Europa in den Hintergrund rückt, steht laut Hofmann nicht zu befürchten. »Europa hat ein sehr starkes eigenes Management mit direktem Kontakt zum neuen CEO Bill Largent«, betont er. Und Thomas Sandner, Regional Technical Director Central EMEA, ergänzt: »Die technischen Assets und die Entwicklung bleiben unangetastet.«

Technische Schmankerl

»Die Produktentwicklung ist die große Stärke von Veeam und wird weiterhin in Europa stattfinden«, versichert Sandner. Wie gehabt will der Hersteller dabei auf die Anforderungen und Wünsche seiner Kunden und Partner eingehen, die ihm wertvolles Feedback liefern. Auf diese Weise wurde die vor einigen Wochen vorgestellte neue Version 10 der »Veeam Availability Suite« mit über 150 neuen Funktionen und Verbesserungen zum größten Release der Firmengeschichte. »Wir sind dafür bekannt, dass wir viele technische Schmankerl mitliefern«, so Sandner, »unsere Kunden und Partner wissen das zu schätzen.«

Dazu zählt etwa eine neue »Data Integration API«, über die sich Backups in Anwendungen einbinden lassen, um die Datensicherungen aktiv im Tagesgeschäft zu nutzen. Sie lassen sich über die API beispielsweise auf Malware-Befall überprüfen oder nach personenbezogenen Daten durchforsten. Zudem können Backups bei AWS oder S3-kompatiblen Cloud-Diensten und Speichersystemen via »S3 Object Lock« vor Veränderungen oder Löschen geschützt werden – laut Sandner »kommt das einem Offline-Backup ziemlich nahe« und kann damit ein wichtiger Baustein in einer 3-2-1-Backup-Strategie sein.

Veeam macht File-Backups

Wichtigste Neuerung in der Version 10 dürfte aber für den aus der image-basierten Sicherung virtueller Umgebungen kommenden Hersteller die Unterstützung von File-Backups sein. »Wir wollten eine Lösung, die für kleine Kunden mit Synology-NAS ebenso funktioniert wie für Enterprise-Kunden mit ›Isilon‹-Systemen«, erklärt Sandner. Dafür habe man extra eine neue Datenbank entwickelt sowie einen speziellen Tracking-Mechanismus, der Dateiänderungen für inkrementelle Sicherungen sehr schnell aufspürt.

Mit dem File-Backup erfüllt Veeam eine Anforderung vieler kleiner und mittelständischer Unternehmen – und liefert auch eine Kampfansage an die Konkurrenz, die zuletzt häufiger eine stärkere Ausrichtung auf den Enterprise-Bereich festzustellen meinte und die SMB-Kunden von Veeam ins Visier nahm. Passend zum File-Backup in der Availability Suite soll mit der kommenden Version 3 des »Availibility Orchestrator« das Zusammenspiel mit NetApp-Systemen verbessert werden. Zudem wird dem »Veeam Backup for AWS« ein »Veeam Backup for Microsoft Azure« zur Seite gestellt.

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