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Hyperscaler Google stärkt Partner Sales

Cisco-Spitzenmanager Sheth wechselt zu Google Cloud

19. November 2019, 10:36 Uhr   |  Martin Fryba

Cisco-Spitzenmanager Sheth wechselt zu Google Cloud
© CRN

Nach 20 Jahren bei Cisco, zuletzt an der Spitze der Partnerorganisation, wechselt Nirav Sheth jetzt zu Google Cloud

Schwerer Schlag zur Unzeit für Cisco: Nirav Sheth will künftig den Channel für Google Cloud begeistern. Der Wechsel ist mehr als nur eine Personalie: Er ist ein Signal, dass es Hyperscaler ernst meinen mit ihrem Channel-Engagement.

Nirav Sheth gab kurz vor seinem jetzt bekannt gewordenen Wechsel zu Google der CRN in den USA ein ungewöhnlich rätselhaftes Interview: Er bekannte sich zu seiner uneingeschränkten Unterstützung, Partner auf Wachstumskurs zu bringen, weigerte sich aber die neue Firma zu nennen, für dessen Ökosystem er sich künftig einsetzen wird. Nun ist die Company offiziell bekannt: Es ist Google Cloud.


Offenbar wird Sheth an der Seite von Caroleen Gearhart agieren und die weltweite Channel-Sales-Chefin nicht etwa ersetzen. Sicher ist das aber nicht. Die langjährige SAP-Managerin wechselte vor einem Jahr von GE Digital zu Google.


Mehr als Gearhart bringt Sheth viel Channel-Knowhow und ein riesiges Netzwerk an Partnern ein, das er sich in seiner fast 20 jährigen Karriere beim Netzwerkhersteller Cisco aufgebaut hatte. Es ist ein tiefer persönlicher Karriereeinschnitt für Sheth, aber auch eine Zäsur insgesamt, die seit einigen Jahren eingesetzt hat.

Spitzenmanager, auch bei großen Systemhäusern, sehen mit Blick auf den Börsenwert ihrer seit Jahren wichtigen strategischen Herstellerpartner, wie sie am Kapitalmarkt »marginalisiert« werden, wie das ein Vorstand eines großen Systemhauses einmal auf einer CRN Veranstaltung sehr deutlich zur Sprache brachte und die Entwicklung mit Hyerscalern kontrastierte.


AWS, Microsoft, Google, Alibaba: Ihre rasant zulegenden Cloudplattformen wachsen nicht nur im Direktgeschäft, sondern vor allem über den Partnervertrieb, was bei Microsoft am augenfälligsten ist. Größeren Nachholbedarf haben indes AWS und ganz besonders Google Cloud. Beide Konzerne holten sich seit geraumer Zeit Spitzenmanager ins Haus, die sie von  traditionellen IT-Herstellern abwerben. Sie sollen mit ihrer langjährigen Erfahrung den neuen Shootingstars im IT-Service-Markt helfen, den indirekten Vertrieb schlagkräftiger zu machen und Vorbehalte abbauen, sie würden den Channelvertrieb opportunistisch und nicht strategisch-langfristig betreiben.


Cisco-Urgestein Sheth ist mit seiner vorbehaltlos partnerschaftlichen Orientierung im IT-Business geradezu ein personifiziertes Bekenntnis zum Channel, die Google Cloud mit seiner Benennung demonstrativ unterstreichen will.


Sheths Abgang kommt zur Unzeit für Cisco. Erst letzte Woche gab der Netzwerkausrüster einen düsteren Ausblick auf das laufende Quartal, der Umsatz werde um drei bis fünf Prozent zum Vorjahresquartal niedriger ausfallen.

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