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Kein zusätzliches Geschäft in Sicht

Auch Service-Provider sind nicht scharf auf IPv6

21. Juni 2010, 10:21 Uhr   |  Werner Veith

Auch Service-Provider sind nicht scharf auf IPv6

Kein Drang zu IPv6: Für Carrier bedeutet es kein zusätzliches Geschäft. (Quelle: Fotolia)

Auch Carrier drängt es nicht gerade in Richtung IPv6. Dabei ist Bereitstellung von IPv6-Adressen das geringste Problem. Unternehmen sollten darauf achten, wie es bei den Services wie DNS mit der IPv6-Untestützung aussieht.

Bei Unternehmen verläuft der Weg in Richtung IPv6 sehr langsam. Aber auch Service-Provider haben über Jahre hinweg mit IPv6 auseinandergesetzt. Bei ihnen geht es aber nicht einfach darum, irgendwelche Nummern zuzuordnen. Dafür sind ihre Services zu komplex. Network Computing hat sich mit AT&T, NTT, Qwest und Verizon unterhalten.

Deren größte Sorge bei IPv6 ist der Nutzen für das Geschäft. Es fehlt ihnen an Business-Cases, mit denen sie Geld verdienen können. »Da IPv6 derzeit keinen zusätzlichen Einnahmen bringt, versuchen wir mit IPv6 zu starten, wenn sich« die IPv4-Adressen »erschöpfen«, so Kelly Brown, Manager für Produkt-Marketing für globale Internet-Services bei Verizon.

Carrier sind auch sehr vorsichtig, was die Umgestaltung ihrer Peers für IPv6 anbelangt. »Ich würde mir das sehr detailliert anschauen«, so Bob Schroeder, Director of Product-Management für IPv6 bei Qwest. »Nicht jeder hat« sein Back-Office und die Management-Systeme« für die IPv6-Unterstützung umgestaltet. Da sind noch einige ziemlich alte Technologien, die weiter existieren.«

Network Computing hat sich mit Carriern über ihre IPv6-Services unterhalten. Sie alle verfügen über Dual-Stack-Architekturen. Dadurch lassen sich IPv6 und IPv4 parallel auf einem System adressieren. Der Dual-Stack-Einsatz wird allgemein als das Verfahren angesehen, mit dem der Wechsel von IPv4 zu IPv6 am realistischen ist.

In einigen Fällen wird aber auch ein IPv6-Tunnel am besten sein. Beispiele dafür sind Fälle, in den Unternehmen testweise mit dem Einsatz von IPv6 starten. Allerdings haben Tunnel das Problem, dass sie von der Performance des darunter liegenden IPv4-Netzwerkes abhängen. Dabei hat ein IPv6-Administrator nicht die vollständige Übersicht über die Route der Pakete. Reine IPv6-Services werden hauptsächlich für das Labor oder zu Testzwecken genutzt. Die meisten wollen auf Content zugreifen, der über IPv4 erreichbar ist.

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1. Auch Service-Provider sind nicht scharf auf IPv6
2. Auf die Unterstützung von IPv6 bei Services achten
3. IPv4- und IPv6-Services gleich behandeln

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