Defizitäre Netzwerk-Tochter: Nokia übernimmt NSN komplett

Siemens kann die ungeliebte Netzwerktochter NSN endlich abstoßen. Nokia will die Siemens-Anteile für einen Milliardenbetrag übernehmen.

Nokia will alle Siemens-Teile an NSN kaufen (Bild: NSN)

Nach zahlreichen gescheiterten Verkaufsbemühungen hat Siemens jetzt doch einen Käufer für seine Beteiligung am Joint-Venture »Nokia Siemens Networks« (NSN) gefunden. Demnach übernimmt der bisherige Partner Nokia die Netzwerk-Tochter komplett und zahlt für den 50-prozentigen Anteil von Siemens einen Preis von 1,7 Milliarden Euro.

Schon seit Jahren sorgte NSN bei Siemens mit schlechten Bilanzen für große Probleme. Bereits im vergangenen Jahr wurden deswegen rund 30 Standorte geschlossen, 17.000 Beschäftigte verloren damals ihren Job. Im Februar 2013 wurde daraufhin bekannt, dass Siemens nach dem Auslauf des 2007 gegründeten Joint-Ventures seine Anteile ganz oder wenigstens teilweise abstoßen wollte. »Mit dem Verkauf unseres NSN-Anteils treiben wir die Fokussierung auf unser Kerngeschäft weiter konsequent voran«, so Siemens-Finanzchef Joe Kaeser. Auch nach dem Verkauf werde NSN in Deutschland weiter stark vertreten sein, die bisherige NSN-Führungsmannschaft mit Rajeev Suri als NSN-Chef bleibe an Bord, so die übereinstimmende Mitteilung beider Unternehmen.

Nokia zahlt bei Verkaufsabschluss rund 1,2 Milliarden Euro in bar, 500 Millionen Euro stellt Siemens dem Handyspezialisten als besichertes einjähriges Darlehen bereit. Die Komplettübernahme von NSN durch Nokia bedarf noch der behördlichen Zustimmung. Wenn diese erfolgt, dürfte der Verkauf im dritten Kalenderquartal abgeschlossen sein.