Nach monatelanger Verzögerung: NSN zahlt weniger für Motorolas Netzwerksparte

Die Übernahme von Motorola Solutions hat Nokia Siemens Networks weniger gekostet als zunächst angenommen: Der Telekomausrüster zahlt statt der ursprünglich vereinbarten 1,2 Milliarden Dollar nur 975 Millionen.

Rajeev Suri, CEO von Nokia Siemens Networks

Nach monatelangen Streitigkeiten hat Nokia Siemens Networks (NSN) die Übernahme von Motorola Solutions am Samstag abgeschlossen. Das finnisch-deutsche Gemeinschaftsunternehmen zahlt einen Kaufpreis von 975 Millionen Dollar in bar und damit wenig als erwartet. Ursprünglich war ein Kaufpreis von 1,2 Milliarden Dollar vereinbart gewesen.

Die Übernahme der Netzwerksparte von Motorola verbessert für Nokia Siemens Networks vor allem den Zugang zum US-amerikanischen und japanischen Markt. Das finnisch-deutsche Gemeinschaftsunternehmen wird durch den Schritt nach eigenen Angaben zum drittgrößten Mobilfunkinfrastruktur-Ausrüster in den USA. Zudem werde durch die Übernahme die Position von Nokia Siemens Networks als Nummer zwei im weltweiten Mobilfunkinfrastruktur- und Dienstegeschäft gestärkt.

Bereits im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass Nokia Siemens Networks die Netzwerksparte von Motorola kaufen möchte. Das Übernahmevorhaben hatte sich jedoch verzögert, da Konkurrent Huawei gegen Motorola geklagt hatte. Mit der Klage wollte der chinesische Netzwerkausrüster den Transfer von eigenem geistigem Eigentum an den Konkurrenten Nokia Siemens Networks (NSN) verhindern. Huawei und Motorola hatten seit 2000 im Netzwerkgeschäft zusammengearbeitet. Während dieser Zeit hat Huawei Motorola Zugriff auf vertrauliche Informationen und Produkte gewährt, die von Huaweis Ingenieuren entwickelt wurden. Mitte April haben Motorola und Huawei die Streitigkeiten jedoch beigelegt und Huawei hatte den Weg zur Übernahme geebnet.

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