Netzwerkfirmen: Emulex / Broadcom: Storage-Spezialist Emulex weist Übernahmeangebot von Broadcom zurück

Als »opportunistisch« hat die Führung von Emulex das Angebot des Chipherstellers Broadcom bezeichnet, den Anbieter von Komponenten für 10-Gigabit-Ethernet- und Speichernetze zu übernehmen. Damit ist der Deal vorerst gescheitert.

Broadcom legte am 21 April für Emulex ein Angebot in Höhe von 764 Millionen Dollar vor. Die Offerte kam ohne Abstimmung zwischen beiden Unternehmen zustande.

Die Fibre-Channel-Host-Bus-Adapter der Reihe Light Pulse 12000/12002von Emulex unterstützten 8 GBit/s.

Nun gab Emulex Broadcom einen Korb. Das Angebot spiegle nicht den wahren Wert von Emulex wider, so der Aufsichtsrat des Unternehmens. Broadcom habe versucht, durch die Übernahme von Emulex Niederlagen im Rennen um OEM-Kunden zu kompensieren.

Nach eigenen Angaben hat Emulex in den vergangenen Monaten alleine vier OEM-Aufträge für seine 10-Gigabit-Ethernet-Adapter gewonnen, außerdem drei für seine iSCSI-Converged-Network-Schnittstellenkarten (CNAs), die ebenfalls 10 GBit/s unterstützen.

Namhafte Kunden

Zudem beziehen vier weitere Netzwerkfirmen Fibre-Channel-over-Ethernet-Adapter (FCoE) von Emulex. Zu den Kunden des Herstellers gehören unter anderem Cisco, Dell, EMC, Fujitsu, Hewlett-Packard, IBM, NEC, Netapp und Sun – die Crème de la Crème der Szene also.

Für Broadcom wäre die Übernahme von Emulex für nicht einmal 800 Millionen Dollar somit ein Schnäppchen gewesen. Allerdings dürfte in dieser Sache noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Die Kombination Broadcom-Emulex würde ein Unternehmen hervorbringen, an dem im Bereich Netzwerkadapter kaum jemand vorbeikommen würde. Broadcom ist derzeit der führende Anbieter von Gigabit-Ethernet-Chips.

Emulex-Host-Bus-Adapter für HP-Storageworks

Noch ein Blick auf die jüngste Kooperation von Emulex und Hewlett-Packard: Die »Light-Pulse«-Fibre-Channel-HBAs (Host-Bus-Adapter) von Emulex unterstützen nach Angaben der beiden Firmen jetzt die Storage-Arrays der Reihe HP Storageworks Enterprise Virtual Arrays 6400 und 8400. Diese Systeme arbeiten mit Windows Server 2003 oder 2008 sowie HP-UX 11i und Linux.

Integriert ist eine Host-to-Fabric-SP-Authentifizierung. Sie schützt Daten vor dem Zugriff Unbefugter. Außerdem bieten die HBAs Support für N_Port-ID-Virtualisierung (NPIV) und Virtual-Fabrics.