Patenstreit beigelegt: Chancen für Verabschiedung von 11n steigen

Auch wenn es kaum in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, der Patentstreit des australischen Forschungsinstituts CSIRO mit WLAN-Herstellern, hat die Verabschiedung von 11n durch die IEEE gefährdet. Nun soll der Konflikt beigelegt sein.

Es traf den WLAN-Hersteller Buffulo Technologies exemplarisch. Das australischen Forschungsinstitut CSIRO (Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization) verklagte den Hersteller in USA erfolgreich wegen Patentverletzungen. Daraufhin trat das Forschungsunternehmen in Gespräche mit anderen Wireless-Herstellern. Dieser Streit hatte aber noch eine ganz andere Auswirkung: Er drohte, eine Verabschiedung des kommenden WLAN-Standards 802.11n zu verhindern. Denn Csiro gab damals keinen »Letter of Assurance for essential Patent Claims« (LOA) ab. Ohne diesen deutete das SA-Standard-Boards der IEEE an, dass 11n aber eine Ratifizierung verweigern würde (Network Computing berichtete). Nun berichten die iTnews Australia, dass der Patentstreit am Eastern District Court of Texas beigelegt sei.

Csiro habe neben Buffulo auch 3Com, Accton, Asus, Belkin, D-Link, Fujitsu, Marvell, Nintendo, SMC und Toshiba wegen Patentverletzungen verklagt. HP, Apple, Intel, Dell, Microsoft und Netgear sollen mit Gegenklagen geantwortet haben. Letztlich habe es Einigungen mit allen diesen Herstellern gegeben. Details über die Einigung soll es nicht geben. Auch zuvor haben sich WLAN-Hersteller sehr bedeckt zu diesem Konflikt gehalten.

Nachdem sich Csiro mit diesen WLAN-Herstellern einigen konnte, ist zu erwarten, dass damit auch die Chancen für eine Ratifizierung von 802.11n steigen. Dies wäre sehr zu wünschen, denn nichts ist schwieriger als ein fertiger Standard, der dann nicht ratifiziert wird. Ein Trost ist nur, dass es mit dem Zertifizierung des Draft 2.0 von 11n durch die Wi-Fi Alliance wenigstens eine Industriespezifikation gibt.