Innovationen treiben Netzwerkgeschäft: Rekordjahr für Lancom

Vertrauen und Sicherheit, das passende Portfolio »Made in Germany«: Das »attraktive Gesamtpaket«, von dem Lancom-Gründer Ralf Koenzen spricht, trifft den Nerv zunehmend auch bei Großkunden.

Werden von CRN-Lesern in den Kreis der besten Netzwerkhersteller gewählt: Lancom-Mnagement mit Stefan Herrlich (li) und Ralf Koenzen.
(Foto: CRN)

In einer Konzernbilanz von HPE oder Cisco wäre Lancom mit seinen 370 Mitarbeitern mit Glück vielleicht noch eine Fußnote. Das allerdings mindert das Selbstbewusstsein dieses Herstellers aus Würselen bei Aachen keinesfalls. Es ist ja so, dass es im deutschen ITK-Mittelstand viele solcher »Fußnoten« gibt, die im Zuge der Digitalisierung seit Jahren in der Region beeindruckend wachsen, was die großen Wettbewerbern dann auch kräftig zu spüren bekommen. Vergangenes Jahr zum Beispiel, als Netzwerkspezialist Lancom um ein sattes Drittel auf mehr als 77 Millionen Euro Umsatz zulegte.

Man ist von Lancom seit der Firmengründung 2002 eher ein durchschnittliches Wachstum von 15 Prozent gewohnt, was nüchtern betrachtet auch schon eine ordentliche Entwicklung ist. 2018 war aber erstaunlich.

Treiber des Wachstums für Lancom wie für andere Netzwerkhersteller ist freilich die unaufhaltsame Vernetzung der Industrie und aller anderen Sektoren. Was allerdings nicht heißt, dass der Digitalisierungs- und Vernetzungstrend zwangsläufig nur Gewinner unter den vielen Herstellern kennt. Schwächen auch großer Player wie Juniper Networks und Übernahmen – wie Brocade durch Extreme Networks - bleiben Kunden nicht verborgen, die auf Investitionssicherheit achten und auf die Innovationskraft ihres Netzwerklieferanten angewiesen sind.

Bei beiden Punkten hat Lancom in den letzten Jahren wichtige strategische Schritte eingeleitet. Ende 2016 folgte ein Teilverkauf an den Münchner Elektronikkonzern Rohde & Schwarz, der vergangenes Jahr Lancom schließlich komplett übernahm. Lancom-Geschäftsführer Ralf Koenzen und Mitgeschäftsführer Stefan Herrlich treiben seither die Expansion in Europa voran. Außerdem legte Rohde & Schwarz seine Sparte Cybersecurity mit der Sparte Networks unter Führung von Koenzen zusammen. Es wurde zusammengebracht, was eindeutig zusammengehört: IT-Sicherheit und Netzwerk, vermarktet als »Made in Germany«, was bei deutschen Kunden offenbar immer noch oder erst recht zieht.

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