Fujitsu Storage Days: »3D XPoint ist der Tod der NAND-Flash-Chips«

Erneut argumentierte Fujitsu auf seinen Storage Days für eine Abkehr von Festplatten, warf aber auch einen Blick in eine Zukunft, in der NAND-Flash durch neue Technologien wie 3D XPoint starke Konkurrenz erwachsen könnte. Darüber hinaus zeigte der Hersteller neue Speichersysteme mit NVMe-Support und riet dazu, Backups und Archive nicht still vor sich hinschlummern zu lassen.

Rund 300 Kunden und Partner kamen zum Fujitsu Storage Day ins Audi Driving Experience Center in Neuburg an der Donau
(Foto: Fujitsu)

Zwar erfreut sich die Cloud wachsender Beliebtheit, doch seit einigen Quartalen befindet sich auch der Storage-Markt wieder im Aufwind. Unternehmen investieren in neue Speichersysteme, weil sie wichtige Daten unter Kontrolle behalten wollen, vorhandene Infrastrukturen modernisieren und konsolidieren müssen oder die Cloud nicht alle ihre Anforderungen erfüllen kann. »Storage ist nicht mehr sexy – die Leute reden lieber über die Cloud«, fasste Michael Marticke, Datacenter-Evangelist bei Fujitsu, auf den Storage Days des Herstellers zusammen. »Aber es ist sinnvoll, wichtige Daten im eigenen Rechenzentrum zu haben, wo man weiß, wer sie anschauen und anfassen kann.«

Gespeichert werden diese Daten häufig noch auf Festplatten. Dabei hatte Marticke bereits auf den letztjährigen Storage Days leidenschaftlich dafür argumentiert, zumindest 15k-Festplatten im Rechenzentrum abzulösen – und musste nun konstatieren, dass auch Fujitsu weiterhin größere Mengen schnelldrehende HDDs verkauft. Spätestens mit dem Preisverfall bei Flash in den vergangenen Monaten gebe es eigentlich keinen Grund mehr, in 15k- oder selbst 10k-Platten zu investieren, sagte er und rechnete an einem Beispiel vor, dass Flash schon in der Anschaffung günstiger als Festplatten ist. Dazu kommen dann noch deutlich geringere Betriebskosten durch den kleineren Stromverbrauch und den niedrigeren Kühlbedarf.

Dennoch gehört die Speicherzukunft nicht uneingeschränkt dem klassischen NAND-Flash. Mit 3D XPoint steht eine neue Speichermediengeneration in den Startlöchern, welche in die Lücke zwischen Arbeitsspeicher und SSD stößt: eine tausendfach geringere Latenz als NAND-SSDs und damit zumindest in der Nähe der Performance von DRAM, aber nicht ansatzweise so teuer wie dieser. »Und Sie können 3D XPoint nicht kaputt schreiben«, stellte Marticke die längere Haltbarkeit der neuen Speicher heraus. »Ich persönlich glaube, dass 3D XPoint der Tod der NAND-Flash-Chips ist.«

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