Fujitsu Storage Days: »3D XPoint ist der Tod der NAND-Flash-Chips«

Erneut argumentierte Fujitsu auf seinen Storage Days für eine Abkehr von Festplatten, warf aber auch einen Blick in eine Zukunft, in der NAND-Flash durch neue Technologien wie 3D XPoint starke Konkurrenz erwachsen könnte. Darüber hinaus zeigte der Hersteller neue Speichersysteme mit NVMe-Support und riet dazu, Backups und Archive nicht still vor sich hinschlummern zu lassen.

3D XPoint für Fujitsu-Server

Michael Marticke, Evangelist Datacenter & Fujitsu Distinguished Engineer, mit einem 3D-XPoint-DIMM-Riegel, der in die kommenden »Primergy«-Server eingebaut werden soll
(Foto: CRN)

Bis zum vergangenen Sommer wurde 3D XPoint gemeinsam von Intel und Micron entwickelt. Mittlerweile gehen die beiden Hersteller in der Entwicklung zwar getrennte Wege, produzieren ihre auf der Technologie basierenden Speicher »Optane« und »QuantX« aber weiter in einem gemeinsamen Werk.

Mit der nächsten »Primergy«-Generation »M5« sollen die neuen Speichermedien in die Server von Fujitsu Einzug halten. Auf den Storage Days zeigte Marticke den Teilnehmern schon mal ein U.2-Drive und einen DIMM-Riegel, um zu belegen, dass die Speicher nun, da man lange nur über sie geredet hatte, tatsächlich verfügbar seien. Im Server übernehmen sie vor allem Caching-Aufgaben: Sie sollen dafür sorgen, dass Daten der CPU schneller zur Verarbeitung zur Verfügung stehen, ohne dass man riesige Mengen teuren RAM verbauen muss.

Ein ähnliches Einsatzgebiet hat Fujitsu für NVMe-SSDs, die von der neuen »Eternus«-Generation »S4« unterstützt werden, im Auge. Die Systeme wurden im Herbst vorgestellt und sind seit Januar verfügbar. Das Spitzenmodell »DX8900« preist der Hersteller als stärkstes Enterprise-System der Welt, mit mehr als zehn Millionen IOPS, die man nicht in eigenen Benchmarks mit passenden Blockgrößen erreicht habe, sondern im SPC-1. Selbst bei 100 Prozent Last antworte das System, das mit bis zu 24 Controllern bestückt ist, in 0,5 Millisekunden, berichtete Marticke stolz.

Mit den neuen Storage-Systemen sieht Fujitsu den Weg geebnet für Speicherbestückungen mit nur noch zwei Medientypen: Flash für die Geschwindigkeit und Nearline-SAS für große Mengen kalter Daten. Im mittleren Tier, der lange von schnell drehenden Festplatten dominiert wurde, könnte nun ebenfalls Nearline-SAS in Kombination mit einem NVMe-SSD-Cache genutzt werden – das erlaube schnelle Zugriffe und stelle bei ausreichender Dimensionierung des Caches sicher, dass man nur selten auf langsame Platten zugreifen müsse.